Sa, 23. Februar 2019
18.11.2018 09:00

Ernüchternde Bilanz

Vandalismus: Tausende Anzeigen pro Jahr in Tirol!

Die sinnlose Zerstörungswut kennt keine Grenzen! In ganz Tirol kam es in jüngster Vergangenheit zu zahlreichen Vandalenakten. Von der Schießerei auf einen Radarkasten über ausgerissene Leitpflöcke bis hin zur Hakenkreuz-Schmiererei war alles dabei. Die heimische Polizei verzeichnet Jahr für Jahr Tausende Anzeigen - die Ausforschung der Übeltäter ist meist schwierig.

Was in aller Welt treibt einen Menschen an, fremdes Eigentum völlig sinnlos zu zerstören? Ist es jugendlicher Leichtsinn, Langeweile, Übermut oder einfach nur Frust? Letzteres dürfte wohl am vergangenen Wochenende in St. Johann der Fall gewesen sein. Stunden nach einem verlorenen Fußballmatch zogen enttäuschte Fans der Gastmannschaft eine Spur der Verwüstung, indem sie auf der Bundesstraße mehrere Leitpflöcke ausrissen, Bierflaschen zertrümmerten und Blumenkörbe umwarfen. Mit im Spiel: wohl viel Alkohol! Die mutmaßlichen Übeltäter wurden angezeigt.

Keine Spur gibt es indes weiterhin vom Schmierfink, der Anfang November zwei Hakenkreuze auf die Mauer der Kufsteiner Festung sprühte oder von jenem „Pistolero“, der Mitte Oktober in der Unterländer Stadt mit einer Schusswaffe auf einen Radarkasten feuerte. „Generell ist es sehr schwierig, Vandalen auszuforschen“, heißt es aus Polizeikreisen. Heißt also: Die Übeltäter kommen nicht selten ungeschoren davon und lassen Schäden - meist in Höhe von mehreren Tausend Euro - zurück.

Jährliche Anzeigenflut
Dass Vandalenakte in Tirol weiterhin voll im Trend zu sein scheinen, zeigen nicht nur zahlreiche Fälle in jüngster Zeit - bei den drei beschriebenen handelt es sich nur um eine sehr (!) kleine Auswahl - sondern auch die Zahlen der Kriminalstatistik. Allein im Vorjahr wurden in Tirol 4288 Sachbeschädigungen angezeigt - im heurigen ersten Halbjahr waren es 2025. Besonders oft im Visier von Zerstörern waren Fahrzeuge mit 1795 Fällen im Jahr 2017 bzw. 941 in den ersten sechs Monaten diesen Jahres. Auch die Schäden an Gebäuden und durch Graffiti sind beträchtlich. Fast schon unglaublich: Nicht einmal vor Friedhöfen macht die Zerstörungswut halt (alle Zahlen siehe auch Grafik).

Saftige Strafen drohen
Wird ein Vandale erwischt, muss dieser mit einer hohen Strafe rechnen. Das Gesetz sieht hier eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten oder eine Geldbuße von bis zu 360 Tagessätzen vor. Bei schweren Sachbeschädigungen - dazu zählen etwa Vandalenakte bei einer Grabstätte oder einem öffentlichen Denkmal - drohen im Ernstfall bis zu zwei Jahren Gefängnis. Wenn der angerichtete Schaden 300.000 Euro übersteigt, können dem Verursacher sogar bis zu fünf Jahre blühen.

Hubert Rauth
Hubert Rauth

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