Wieder ein Fall von eklatanter Kostenüberschreitung bei einem Bauprojekt der Stadt Innsbruck: Wie eine Prüfung des städtischen Kontrollamts ergab, kostete die Umbrüggler Alm unter dem Strich 3,375 Millionen Euro - fast das dreifache von dem, was beim Start des Architektenwettbewerbs 2014 beschlossen wurde!
„Die Kostensteigerung beträgt exakt 259,61 Prozent“, rechnete GR Mesut Onay (ALI) als Obmann des Kontrollausschusses gestern vor. Bei den Gründen für die eklatante Überschreitung fühlt man sich an den Patscherkofel auf der gegenüberliegenden Bergseite erinnert: „Es hat schnell gehen müssen, weil das politisch so gewünscht war. Acht Monate Bauzeit sind zu knapp bemessen“, vermutete GR Gerald Depaoli.
Das Kontrollamt listet weitere Kritikpunkte auf: Keine externe Kostenkontrolle; Keine Steuerung zur Einhaltung der Kostenziele. „Stattdessen wurde die Qualität verbessert. Allein die Einrichtung kostete statt 500.000 Euro eine Million“, kann GR Thomas Mayr (Liste Fritz) nur den Kopf schütteln. „Es gab keine professionelle Budgetierung, Posten wurden nach Belieben zwischen IIG und Forstamt hin- und Hergeschoben“, berichtete Neos-Gemeinderätin Julia Seidl.
Was die vereinte Kontrollgruppe aber am meisten ärgert ist die politische Komponente: Anstatt im Gemeinderat einen Nachtragskredit beschließen zu lassen, wurden die Mehrkosten im Doppelbudget in einer unverdächtigen Zeile „versteckt“ und im Paket beschlossen. „Tarnen und täuschen“, meint GR Depaoli, „das ist zwar strafrechtlich nicht relevant, aber politisch zutiefst verwerflich!“
Auch die damaligen Stadtsenatsmitglieder müssten Bescheid gewusst haben. Mit Rücktrittsaufforderungen hält sich die Kontrollgruppe (noch) zurück. „Es muss sich strukturell was ändern. Das jetzige System erlaubt politisches Schindluder!“
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