Do, 24. Jänner 2019

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01.11.2018 09:00

Montanuni in Leoben leidet unter Plastik-Debatte

So wenige Erstsemestrige wie noch nie verzeichnet die Kunststofftechnik der Montanuni Leoben. Dabei werden hier genau jene Experten ausgebildet, die die Welt vor der „Plastikflut“, eines der größten Probleme, retten können!

Auf einen Absolventen kommen drei Jobangebote. Minimum! Was für die meisten Uni-Abgänger nach einem fernen Wunschtraum klingt, ist für die Kunststofftechniker der Montanuniversität im obersteirischen Leoben Realität. „Wir bieten hier eine weltweit einzigartige Studien-Architektur an, die von der Herstellung über die Verarbeitung bis hin zum praktischen Einsatz von Kunststoff und dessen Recycling geht. Unsere Abgänger sind Universalgelehrte“, sagt Walter Friesenbichler, Leiter des Lehrstuhls für Spritzgießen.

Immer weniger Studienanfänger
Galt ein Studium der Kunststofftechnik lange Zeit als das Nonplusultra für technikaffine junge Leute, muss man Interessierte heute schon eher mit der Lupe suchen: „Zu Spitzenzeiten hatten wir über 100 Studienanfänger, heuer sind es nicht einmal 25, so wenige wie überhaupt noch nie“, ist Werkstoffkunde-Professorin Katharina Resch-Fauster enttäuscht. „Wir brauchen gut ausgebildete Kunststofftechniker heute dringender denn je. Denn nur sie haben das Know-how, die großen Probleme unserer Zeit zu lösen“, ergänzt Wolfgang Kern, Leiter des Lehrstuhls „Chemie der Kunststoffe“.

Pauschale Verurteilung
„Die ewige Plastik-Diskussion samt der pauschalen Verurteilung schmerzt. Es wird selten zwischen den vielen Kunststoffarten unterschieden. Das eine böse Plastik gibt es nicht. Das Problem ist vielmehr der sorglose Umgang damit“, betont die 37-jährige Grazerin. Und auch diesbezüglich wäre Österreich ein absoluter Musterschüler: „Vor allem in den asiatischen und südeuropäischen Ländern hinkt man in Sachen Mülltrennung und -verbrennung stark hinterher. Genau hier müssten die Regierungen dieser Welt ansetzen und in Pfandsysteme und Recycling-Technologien investieren“, meint Friesenbichler.

Eine der besten Werbeträgerinnen für das Leobner Institut ist Helena Weingrill. „Keinen Tag“ bereut die 27-jährige Doktorandin aus Weiz ihre Entscheidung, Kunststofftechnik zu studieren: „Das Fach ist abwechslungsreich, der Umgang am Institut miteinander äußerst amikal“, schwärmt die junge Frau. Mögliche spätere Aufgabe: Weltretterin.

Barbara Winkler
Barbara Winkler

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