Sa, 20. Oktober 2018

Im Cup draußen

27.09.2018 11:09

Mehr Gegenwind für Sturms Vogel? „Ich gebe alles!“

Nach dem Aus im ÖFB-Cup droht Sturm Graz ein unruhiger Herbstbeginn. Der Titelverteidiger musste sich am Mittwochabend bei der Austria mit 0:2 (0:0) geschlagen geben, und sieht in der Liga schwierigen Spielen entgegen. Es ist von einer Krise bei den Schwarz-Weißen die Rede. Trainer Heiko Vogel wusste nach dem Auftritt in Wien, dass auch seine Person immer mehr zur Diskussion steht.

„Es war schon vorher unruhig. Aber es geht nicht um mich. Ich gebe alles“, betonte der Deutsche auf die Frage, ob er nun mehr Gegenwind erwarte. Am Sonntag geht es für die Grazer beim derzeit von Sieg zu Sieg eilenden LASK weiter, danach wartet zu Hause Salzburg, ehe es erneut auswärts gegen die Austria geht. „Im Cup sind wir weg und in der Meisterschaft wird es nicht leichter. Wir haben drei schwere Spiele vor uns“, wusste Kapitän Stefan Hierländer.

Dabei hätte für Sturm alles anders laufen können. Die Grazer waren in der Generali Arena die bessere Mannschaft. In der ersten Spielhälfte sehnte eine unterlegene Austria den Pausenpfiff herbei. Sturm hatte Topchancen, Otar Kiteishvili fand jedoch ebenso seinen Meister in Patrick Pentz wie Philipp Hosiner, dessen Kopfball der Austria-Keeper laut Vogel „mirakulös“ entschärfte. Was aber folgte, war ein Rückfall nach Seitenwechsel - und Patzer in der Defensive.

Die Gegentore durch Kevin Friesenbichler (62.) nach einem Eckball und Dominik Prokop (65.) aus einem Ballverlust ließen Vogel an der Seitenlinie verzweifeln. Der Sturm-Coach sah wie nach dem 1:2 gegen Mattersburg am Wochenende Unkonzentriertheiten. „Die beiden Tore können so nicht passieren“, meinte Vogel. Nur in der ersten Cuprunde beim unterklassigen ASV Siegendorf hat es Sturm in dieser Saison geschafft, ein Spiel ohne Gegentreffer zu beenden.

Magere Zwischenbilanz
Die Zwischenbilanz der Steirer in dieser Saison ist mager. Im Europacup setzte es in vier Partien vier Niederlagen. In der Liga liegt der Vizemeister aktuell nur auf Rang sechs und nun kam auch das Aus im Cup. Ruhige Zeiten sind es nicht, die Vogel derzeit durchlebt. Unterstützung erhielt er von seinem Kapitän. Am Trainer liege es nicht, dass Sturm verloren habe, betonte Hierländer. „Wir waren gut eingestellt. Da müssen wir uns selbst an der Nase nehmen“, sagte der ÖFB-Internationale.

Letsch: Nur Aufstieg zählt
Eine Trainer-Diskussion vermeiden konnte Thomas Letsch. Der Austria-Cheftrainer durfte notieren, dass seinem Team fünf Minuten reichten, um den Aufstieg zu fixieren. Zufrieden konnte und wollte Letsch mit dem Gesehenen aber nicht sein. Nur in den ersten zehn Minuten drängte die Austria, die mit erneut veränderter Aufstellung spielerisch wenige Lösungen fand. Zumindest sei man in der zweiten Spielhälfte auf Augenhöhe gewesen, analysierte Letsch. Letztendlich zähle nur der Einzug ins Achtelfinale.

„Was interessiert, ist, dass wir eine Runde weiter sind und den Titelverteidiger eliminiert haben“, betonte Letsch. Matchwinner Pentz und Alexander Grünwald zogen ein ähnliches Fazit. „Wir wollten die Null halten, das ist uns gelungen. Und wir haben unsere Chancen verwertet“, sagte der Torhüter. Dass auch bei den Wienern im Anschluss an das 0:3 gegen den LASK vor dem Cupspiel von einer Krise die Rede war, kostete den violetten Profis nur ein Lächeln.

Rückenprobleme bei Edomwonyi
„Ich kann das gut einschätzen. Wir haben aus den letzten Spielen viel geholt“, meinte Grünwald. Vier Siege gegen Admira, Mattersburg, Rapid und nun Sturm bei einem Unentschieden in St. Pölten und der Niederlage gegen die Linzer lautet die Bilanz nach den jüngsten sechs Pflichtspielen. Weiter geht es für die Austria am Sonntag in Hartberg. Beim Aufsteiger weiter fehlen dürfte Bright Edomwonyi. Der frühere Sturm-Angreifer verpasste ein Wiedersehen mit seinem Ex-Klub aufgrund von Rückenproblemen. Wie lange Edomwonyi ausfällt, blieb unklar.

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