Fr, 16. November 2018

Circus Roncalli

16.08.2018 12:00

Der Spagat zwischen Moderne und Nostalgie

Es ist 8 Uhr am Morgen, die Straßen sind leer, Stille liegt über Innsbruck am Feiertag. Doch während der Großteil der Bevölkerung noch friedlich schläft, herrscht am Güterbahnhof schon rege Betriebsamkeit. Menschen in bunten Westen koordinieren, schleppen und hantieren, denn: Der Zirkus ist in der Stadt!

Mit einer Länge von 700 Metern rollten die 80 Wagen des Circus Roncalli am Mittwoch in Innsbruck ein. 25 Helfer sorgten dafür, dass Wagen für Wagen zum Zeltplatz gebracht wurden, wo weitere 25 Mann mit dem Aufbau starteten. Zwei Tage dauert es, bis auf dem Freigelände der Olympiaworld eine kleine Welt entsteht. Eine Welt, die für 150 Personen aus 28 Nationen ein Zuhause ist - und eine Welt, die pro Vorstellung 1500 Menschen in ihren Bann zieht. Damit dabei auch alles reibungslos funktioniert, muss im Vorfeld einiges organisiert werden.

Logisch geladen
„Die Wagen werden chronologisch geladen. Die Eisenanker brauchen wir zum Beispiel vor der Clowngarderobe“, erklärt Steve Jones, der den Transport koordiniert. Mit kurzen Unterbrechungen ist er seit 21 Jahren Teil von Roncalli: „Zirkus-Volljährigkeit“, schmunzelt er.

Windspitzen und Hitzewellen
Die 172 Eisenanker werden in den Boden geschlagen, damit das Zelt aufgestellt werden kann. Sie sind 1,5 Meter lang und zwischen 20 und 30 Kilogramm schwer. Das ist auch wichtig, denn das Zelt ist nicht nur groß (37 Meter Durchmesser), sondern muss so einiges aushalten - „in München hatten wir Windspitzen von 140 km/h. Aber alles hat gehalten!“, erzählt Betriebsleiter Patrick Philadelphia stolz. Auch in Innsbruck ist Wind ein Thema, heuer aber noch mehr die Temperaturen: „Wir haben erstmals Klimaanlagen im Zelt.“

Aufbau einer kleinen Welt
Während er erzählt, entsteht hinter ihm schon die kleine Stadt, in der er nun für die nächsten Wochen wohnen wird. Zwölf Kilometer Kabel, drei Kilometer Wasserleitungen und 1,5 Kilometer Abwasserschläuche werden dafür verlegt. Zeltmeister Michele Rossi lässt die Planen hochfahren - das Zelt wächst in den Himmel.

Gestern, heute, morgen
Über 10.000 LED-Lampen lassen die Roncalli-Welt erstrahlen. „Das ist neu. Als wir das letzte Mal in Innsbruck waren, hatten wir noch Glühbirnen“, schildert Philadelphia. Die neuen Lichter unterscheiden sich optisch aber nicht von den alten, denn Roncalli schafft seit jeher den Spagat zwischen Moderne und Nostalgie. So sind heuer auch keine echten Tiere mehr im Programm. Durch modernste Technik werden aber trotzdem Pferde durch die Manege galoppieren. „Holografische Animationen“, erklärt Markus Strobel, Medien- Sprecher von Roncalli, den Einzug der Technik in die Manege. Das Programm heißt deshalb auch: „Storytelling: Gestern, Heute, Morgen“. 

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter

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