Im AUVA Reha-Zentrum

Wie Therapiebegleithündin „Lilly“ Menschen hilft

Wann immer Ergotherapeutin Elisabeth Dörflinger-Huber ihren Cavalier King Charles Spaniel „Lilly“ mit zur Arbeit ins AUVA Rehabilitationszentrum Häring bringt, strahlen ihre Klienten. Denn der kleine Vierbeiner ist ein ausgebildeter Therapiebegleithund und verhilft Patienten zu mehr Selbstvertrauen, einer besseren Konzentration, mehr Beweglichkeit, Koordination und Entspannung. Die „Krone Tierecke“ wollte mehr über „Lilly“ und ihren wichtigen Job erfahren.

„Krone“: Wie haben Sie und „Lilly“ zusammengefunden und wie kam es zum Einsatz als Therapiebegleithund?
Elisabeth Dörflinger-Huber: Eine meiner Kolleginnen hat auf einem Kongress von Therapiebegleithunden gehört und mich hat das sehr interessiert. Die Rasse Cavalier King Charles wurde mir empfohlen, weil sie als besonders gelehrig und kinderlieb gilt. Ich nahm schließlich „Lilly“ zu mir und erst im Alter von mindestens 18 Monaten kann man den Eignungstest absolvieren, der den Charakter des Hundes einordnen soll. Also zum Beispiel, ob er nervös, futterneidig oder schreckhaft ist. „Lilly“ hat bestanden, und die Ausbildung dauert dann noch einmal zwischen eineinhalb und zwei Jahre. Wir haben diese über den Verein „Tiere helfen Leben“ gemacht.

„Krone“: Und wie läuft diese ab?
Dörflinger-Huber: Gemeinsam mit einem Trainer übt man an etwa sechs Wochenenden verschiedene Situationen, wichgtig sind etwa die Gewöhnung an Rollstühle oder Krücken und an laute und überaktive Patienten. Es gibt insgesamt acht Einheiten in einer Einrichtung, man hält eine Therapiestunde ab und beginnt zuerst mit ganz kurzen Einheiten. Der Hundebesitzer muss zwei Wochenenden Theorieteil büffeln, auch Erste Hilfe für den Hund gehört dazu. Der Hundeführer muss zudem ohne seinen Vierbeiner zwei Hospitationen absolvieren und schaut fertig ausgebildeten Teams bei der Arbeit zu. Seit Januar 2018 wird die Prüfung von zwei unabhängigen Prüfern abgenommen, auch vom Messerli Institut ist jemand dabei. Nach der praktischen und theoretischen Prüfung darf das Mensch-Hund-Team ein Jahr arbeiten, bis dann im Abstand von einem Jahr Nachtests zu absolvieren sind.

„Krone“: Wie gestaltet sich Ihr gemeinsamer Arbeitseinsatz?
Dörflinger-Huber: Wie genau gearbeitet wird, ist nicht immer gleich, es gibt ja verschiedenste Einsatzfelder in Altersheimen und Pflegewohnhäusern oder auch Kindergärten und Schulen. „Lilly“ arbeitet im Einzeltherapiesetting. Meine Kollegen haben Patienten aus verschiedenen Bereichen, wenn diese Tiere mögen dann fragen sie bei uns an. Ich gestalte dann eine Einheit pro Woche, das Training wird an die Bedürfnisse des Klienten angepasst. Die Aufgaben unterscheiden sich also. Beispielsweise soll „Lilly“ Leckerlis bekommen, der Patient muss diese dann zerkleinern oder verstecken- das involviert Abläufe wie bücken, oder sich an etwas erinnern -, sie in Zeitungspapier einwickeln, was die Feinmotorik betrifft, einen Turm bauen und das Leckerchen oben auf legen und so weiter. Der Hund ist die Motivation, Aufgaben zu bewältigen, die Patienten sonst mit weniger Freude durchführenn würden.

„Krone“: Und hat „Lilly“ Spaß an ihrem Job?
Dörflinger-Huber: Der Hund muss immer Spaß an der Arbeit haben und mit Freude dabei sein! Zwang darf niemals eine Rolle spielen. Und man merkt auch bei „Lilly“, dass sie nicht immer in der gleichen Verfassung ist - manchmal mag sie auch nicht so gern, das wird dann berücksichtigt. Sie darf auch maximal zwei stunden pro Woche arbeiten, sonst bleibt sie im Büro.

Denise Zöhrer
Denise Zöhrer
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