Mo, 19. November 2018

Speicher zu 3/4 voll

14.08.2018 09:00

Die Gletscher füllen bei Hitze Stauseen an

Der wenige Regen und die große Hitze hinterlassen im ganzen Bundesland und darüberhinaus ihre Spuren. Am Offenkundigsten wird dies bei den Badeausflügen. Die Pegelstände der Seen und Flüsse sind extrem niedrig. Außer an einem Ort in Salzburg: Die Stauseen in Kaprun sind bereits jetzt zu drei Viertel gefüllt.

Während man fast im gesamten Bundesland mit Argusaugen die Trinkwasserversorgung und die niedrigen Pegelstände der Flüsse und Seen beobachtet, erfreut man sich in einem anderen Winkel von Salzburg über den Anblick von extrem viel Wasser: Bei den Stauseen in Kaprun.
Diese sind nämlich bereits jetzt zu drei Viertel gut gefüllt. Das ist wesentlich mehr als im Vergleich zu vergangenen Zeiten. Möglich macht dies die Trockenheit und Hitze. Denn die Speicher werden überwiegend von der Schmelze der umliegenden Gletscher, wie etwa der Pasterze am Großglockner, gefüllt. „Durch den frühen Frühling, hat auch die Schneeschmelze früher begonnen“, erklärt Sprecher Florian Seidl vom Stromerzeuger Verbund, der die Kraftwerke hoch über Kaprun betreibt.
Für den Energieversorger sind die beiden Tauern-Stauseen deshalb im Momment sehr wichtig, denn der erzeugte Strom aus den Flusskraftwerken ist derzeit durch die niedrigen Pegelstände wesentlich geringer und wird durch die Werke im Pinzgau ausgeglichen.

Das Rückgrat der Stromversorgung in Österreich bildet immer noch die Donau. Sie erzeugt 20 Prozent der Gesamtmenge. Aktuell jedoch nicht. Der Fluss führt nur die Hälfte des normalen Wassers. Dadurch kann auch weniger Strom erzeugt werden. „Es ist aber nicht auch die Hälfte“, erklärt Seidl, da unter den Kraftwerken die Pegel auch automatisch niedriger sind. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Salzburger Kraftwerken, auch wenn die Höhe der Salzach durch die Stauseen etwas reguliert und angehoben werden könnte, was allerdings momentan nicht geschieht, heißt es von Seiten des Stromerzeugers.

Die Idee der Staumauern überhalb von Kaprun geht bis in die 1920er zurück. So richtig in Schwung kam der Bau allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Möglich machte dies die Finanzierung durch den Marshall-Plan. 1,4 Milliarden der ungefähr zwei Milliarden Schilling Baukosten wurden so übernommen. Nach der Fertigstellung 1955 leisteten die beiden Werke Ober- und Hauptstufe 350 Megawatt. Durch das unterirdische Pumpspeicherkraftwerk Limberg II erhöhte sich diese ab dem Jahr 2011 auf 833 Megawatt. Die Seen mit den gigantischen Mauern sind auch ein Touristen-Magnet: 200.000 Besucher strömen jeden Sommer zu den Bauwerken.

Felix Roittner
Felix Roittner

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Nations League
Schweiz holt sich Finalticket mit 5:2 über Belgien
Fußball International
Stimmen zu NIR - AUT
O‘Neill: Arnautovic-Einwechslung war Knackpunkt
Fußball International
Mit Rekord-Gewinnsumme
Jetzt winkt der allererste Siebenfach-Jackpot!
Österreich
2:1 in Nordirland
Lazaro schießt Österreich in Minute 93 zum Sieg!
Fußball International
„Müssen jetzt handeln“
Macron und Merkel einig: EU steht am Scheideweg
Welt
Nations League
England nach 2:1 Gruppensieger, Kroatien steigt ab
Fußball International
Aus Gehege entkommen
Wilde Schweinejagd hielt Polizisten auf Trab
Niederösterreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.