Gut 800 Schafe sind den Sommer über am Hauser Kaibling in der Obhut von Franz Secklener. Der 64-jährige Bergschäfer trägt damit die Verantwortung für eine der größten Herden in der Steiermark - und er beobachtet die Rückkehr des Wolfes mit großer Sorge. An den Ernstfall möchte er nicht einmal denken...
„Ich hoff’ nicht, dass ich das noch einmal erleben muss“, sagt Franz Secklener und senkt nachdenklich den Kopf. Auch wenn es schon ein paar Jahre her ist, die Erinnerungen sind noch ganz frisch. „Auf der Weide sah’s aus wie auf einem Schlachtfeld. 27 Schafe waren nach einem Wolfsangriff sofort tot, etliche Tiere mussten wir später noch einschläfern. Es war die Hölle“, erzählt der 64-jährige Bergschäfer.
Seit dem Vorjahr ist Secklener am Hauser Kaibling für eine der größten Schafsherden in der Steiermark verantwortlich. Die gute Höhenluft und die herrliche Natur sind hier in der Regel ein Garant für einen seligen Schlaf; aktuell kann davon aber keine Rede sein: „Ich bin ein ausgesprochener Tierfreund, sonst hätte ich mich nicht für diesen Beruf entschieden. Aber die Rückkehr des Wolfes beobachte ich mit großer Sorge“, sagt der gebürtige Oberösterreicher.
Zum einen würde man die Betroffenen mit ihrem Schaden alleine lassen, zum anderen wären Schutzmaßnahmen wie Zäune oft nicht realisierbar. Seckleners Befürchtung: „Wenn man dem Wolf keinen Einhalt gebietet, holt er sich die Beute immer weiter im Tal. In der Schweiz hatte man ja erst kürzlich einen ,Problemwolf’, der schon im Ort neben dem Kindergarten vorbeimarschiert ist.“
Wie eine Lösung für den Umgang mit dem Wolf in der Steiermark aussehen könnte, will die „Krone“ bei einem großen „Wolfsgipfel“ klären - wir berichteten. Dabei kommen alle Betroffenen - von Tierschutzombudsfrau Barbara Fiala-Köck bis Naturlandesrat Anton Lang - an einen Tisch.
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