Große grüne Ziele

Kabarettist will Landespartei in die Regierung bringen

Steiermark
13.11.2009 13:02
Der 52-jährige Kabarettist Jörg-Martin Willnauer (Bild) ist am Freitag vom Vorstand der steirischen Grünen als Bewerber für die Spitzenkandidatur zur Landtagswahl im Herbst 2010 präsentiert worden. Wie der Quereinsteiger meinte, sei es für ihn jetzt Zeit, "nicht mehr nur zu kommentieren, sondern auch verändern und gestalten zu wollen". Ziel sei es, dass die Grünen stärker werden und in die Landesregierung einziehen.

Als Spitzenkandidat gewählt muss Willnauer noch in der Grünen Landesversammlung am 5. Dezember werden. Bis auf weiteres werde er auch seinem Brotberuf nachgehen. "Ich werde immer singen und auftreten, aber als Mandatar nicht mehr davon leben", meinte der "Unterhaltungsindustrielle".

Antrag auf Staatsbürgerschaft gestellt
Dass er es als gebürtiger Deutscher, der seit 1981 in Graz lebt - damals verschlug es ihn als Musikstudent an die Mur - schwerer haben könnte, glaubt Willnauer nicht: "Kalifornien leistet sich einen steirischen Gouverneur, die neue deutsche Regierung habe einen aus Vietnam gebürtigen Gesundheitsminister - das wird sich die Steiermark ja wohl einen Heidelberger Politiker leisten können". Der Antrag auf die österreichische Staatsbürgerschaft sei jedenfalls gestellt.

Richtung FPÖ: "Ewig gestrige Partei"
Dass er bei der vergangenen Wahl für die SPÖ und Franz Voves gespielt habe, sei kein Grund, ein Naheverhältnis abzulesen: "Die SPÖ hatte 2005 ihre Chance, und sie hat sie nicht gut genutzt". Der ständige Streit in der Regierung ärgere ihn. Zu den politischen Mitbewerbern hielt er sich ansonsten zurück, nur die FPÖ qualifizierte er als "ewig gestrige Partei, die keine Handschlagqualität hat".

Auf die Frage nach der internen Zuordnung "Fundi oder Realo?": "Ich würde mich als realer Utopist oder utopischer Realist bezeichnen". Sein Ziel sei es, dass die Grünen stärker werden und in die Landesregierung einziehen, wobei nicht gesagt sei, dass er diesen Posten für sich reklamiere: "Es wäre zu früh, das Fell des noch nicht erlegten Bären zu verteilen".

Kogler: "Signal des Aufbruchs"
Grünen-Landessprecher Werner Kogler stellte Willnauer als "Signal des Aufbruchs" vor. Er sei sozial und ökologisch engagiert und lebe "Kreativität und Weltoffenheit". Auch Kogler bezeichnete fünf Mandate (statt bisher drei) und damit möglicherweise auch einen Regierungssitz als realistisches Ziel.

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