Do, 19. Juli 2018

Ungerechte Förderung:

12.04.2018 06:00

Häuslbauer engagierte Firma

Die unfairen Spielregeln bei der Salzburger Wohnbauförderung sind bekannt: Es geht nun sogar soweit, dass enttäuschte Häuslbauer wie Roland Karner aus Tamsweg eigene Firmen engagieren, um zum Zug zu kommen. Er hat die Förderung jetzt bekommen, äußert aber ganz offen Kritik: „Nur wer schnell ist, gewinnt.“

Roland Karner ist Ergotherapeut und zweifacher Familienvater aus Tamsweg: „Wir wohnen immer noch zu viert in einer 60-Quadratmeter-Wohnung.“ Er bemühte sich schon im letzten Quartal 2017 um eine Förderung: „Nach 13 Minuten ist das EDV-System allerdings plötzlich ausgefallen.“

Die Baufinanzierung kam in die Warteschleife. Der Lungauer sprach auch beim damaligen Landesrat Hans Mayr persönlich vor - ohne Ergebnis.

Bis der Häuslbauer zur Selbsthilfe griff und dafür auch Geld in die Hand nahm: „Ein Finanzdienstleister hat das für uns  übernommen  und auch geschafft.“ Nach nur zwei Minuten war beim letzten Termin die gesamte Errichtungs-Förderung weg. Roland Karner bekam dank Profi-Hilfe einen Zuschlag.

Alleine beim Sammeln der richtigen Formulare und Bestätigungen würden viele schon an ihre Grenzen stoßen, heißt es.  Verschiedene EDV-Experten sollen sich darauf spezialisiert haben, eigene Programme für ein möglichst schnelles Ansuchen zu schreiben.

Karner: „Es war jedem egal, dass wir dringend auf die Förderung warten. Nur Markus Steiner hat uns dann geholfen.“ Der Pinzgauer FPS-Abgeordnete zeigte schon einige Fälle der Häuslbauer-Schikane auf und fordert das Ende der „Lotterie“: „Die Förderung gehört endlich auf transparente und gerechte Beine gestellt.“

Einziges Kriterium: Wer schnell ist

Viele Betroffene wollten aus Angst, beim nächsten Ansuchen Nachteile zu haben, auch nicht öffentlich auftreten. Roland Karner,  für mehr Fairness: „Schnelligkeit ist das einzige Kriterium, das kann es einfach nicht sein. Es wird gar nicht überprüft, wie dringend jemand das Geld braucht.“

Sabine Salzmann
Sabine Salzmann

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