So, 23. September 2018

„Vier Pfoten“-Aktion

04.04.2018 10:12

Myanmar: Etappenerfolg im Kampf gegen Tollwut

Erfreuliche Nachrichten aus Myanmar: Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat es innerhalb von nur vier Wochen geschafft, über 30.000 Hunde und Katzen in 220 Dörfern rund um die Hauptstadt Naypyidaw gegen Tollwut zu impfen. Damit ist das Gebiet, das dreimal so groß wie Singapur ist, so gut wie Tollwut-frei. In der zweiten Phase des ambitionierten Pilotprojekts wird das rund 40-köpfige Team - bestehend aus internationalen sowie lokalen Tierärzten und Organisationen - weitere 20.000 Tiere in der historischen Königsstadt Bagan impfen.

Nach einer kurzen Pause aufgrund von Myanmars Neujahrsfest starten die „Vier Pfoten“ am 28. April 2018 in die nächste Phase ihrer Massenimpfungskampagne „Don‘t wait vaccinate - Together we save lives“. „Als wir Anfang März unsere Arbeit in Myanmar aufnahmen, schien es unmöglich, so schnell so große Fortschritte zu machen. Neben der unerträglichen Hitze war unser Team auch mit kulturellen und logistischen Hürden konfrontiert. Dass wir trotzdem bereits über 30.000 Tiere gegen Tollwut geimpft haben, zeigt, dass nichts unmöglich ist. Wir freuen uns nun auf die Zusammenarbeit mit den Bewohnern von Bagan. Dank unserer Partner in Myanmar können wir unser Ziel von 50.000 geimpften Tieren bald erreichen“, zeigt sich Tierarzt und Projektleiter Dr. Amir Khalil optimistisch.

Leben von Menschen und Tieren in Gefahr
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Myanmars Tierhaltungs- und Veterinäramt wurden 2017 rund 62.000 Menschen in Myanmar von Hunden gebissen, 40 Prozent davon waren Kinder unter 15 Jahren. Rund 1000 dieser Bisse endeten aufgrund von Tollwutinfektionen tödlich. Aus Angst vor Tollwut ermorden Bewohner und Behörden die Tiere oftmals brutal. Besonders in den Sommermonaten kommt es immer häufiger zu solchen Zwischenfällen. „Der Irrglaube, dass Hunde bei Hitze besonders aggressiv sind, ist in Myanmar leider weit verbreitet. Unsere Aufgabe ist es deshalb nicht nur die Tiere zu impfen, sondern auch die Menschen über Tollwut aufzuklären. Wir nehmen dabei die Ängste und Sorgen der Bewohner sehr ernst. Schließlich ist Tollwut eine reale Bedrohung in Myanmar“, sagt Dr. Marina Ivanova, „Vier Pfoten“-Tierärztin und Teil des Projektteams vor Ort.

Schulterschluss gegen Tollwut
Das „Vier Pfoten“-Projekt trägt das von Myanmar und der WHO initiierte Ziel mit, Tollwut-Todesfälle ab 2030 auf null zu reduzieren. Die Ausgangslage dafür ist keine einfache, gibt es laut Myanmars Tierhaltungs- und Veterinäramt immerhin schätzungsweise vier Millionen Hunde im Land. Unterstützt wird das „Vier Pfoten“-Team von Myanmars Tierhaltungs- und Veterinäramt, freiwilligen Helfern von Blue Cross und der lokalen NGO „Mingalar Myanmar“. Insgesamt sind rund 40 Personen im Einsatz. Die Tierschützer schulten die lokalen Helfer in Punkto nachhaltiger Tollwutprävention, richtigem Umgang mit Streunern und sicherer Einfangtechniken. Zusätzlich sorgen Vorab-Besuche in den betroffenen Kommunen sowie die laufende Kampagne für ein geschärftes Bewusstsein in der Region.

 krone.at
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