Das Paar hatte seine Mutter 2004 mit nach Puerto Rico und von dort nach Palm Beach genommen. Kerstin (53) und Toby F. (50) hatten mit Mutter Elly zuvor ebenfalls lange in Leutasch gelebt.
In Palm Beach bewohnte die Familie mit ihrem 22-jährigen Sohn eine luxuriöse Villa. Im August 2006 wurden die beiden Wahl-Tiroler – sie arbeitete als Schiffsmaklerin, er als Tennislehrer – plötzlich verhaftet.
Unter Mordverdacht
Der Staatsanwalt in Palm Beach warf dem Paar vor, sie hätten die alzheimerkranke Mutter, die in Palm Beach verstarb, in einem heißen, verdunkelten und stinkenden "Saustall" verhungern und verdursten lassen. Die alte Frau wäre zeitweise sogar an einen Stuhl gefesselt worden. Für ärztliche Hilfe hätten die Angeklagten nie gesorgt. Weil Toby versucht hatte, den Leichnam ohne Prüfung durch den Gerichtsmediziner gleich einäschern zu lassen, standen sie unter Mordverdacht.
Lebenslange Haft, theoretisch sogar die Todesstrafe, hätte beiden bei einer Verurteilung wegen Mordes gedroht. Der Verteidiger räumte dem Paar jedoch ein "Pflege-Burn-Out" ein. Beide Angeklagten versicherten, sie hätten stets ihr Bestes gegeben.
Die Geschworenen glaubten nicht an einen geplanten Mord. Eine Verurteilung wegen Vernachlässigung und Misshandlung einer hilflosen Person blieb den beiden Wahl-Tirolern aber nicht erspart. Dafür verhängte der Richter je fünf Jahre Haft für Kerstin und für Toby F. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
von Hans Licha, Tiroler Krone
Symbolbild









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