Widerliche Selfies

Touristinnen posieren vor gestrandetem Blauwal

Was haben sich die Touristen bei dieser Aktion gedacht? Als in Punta Delgada in Chile ein Blauwal angespült wird, zeigen sie kein Mitgefühl und posieren auf dem toten Tier. Jemand ritzte sogar die Liebesbotschaft "Ana te amo" (Ana, ich liebe dich) in die Haut des Meeressäugers. Ein Mitarbeiter von Greenpeace dokumentierte die schändlichen Taten.

Laut Rodrigo Saavedra hatte der verendete Wal eine Länge von 21 Metern. Gleich mehrere Gruppen von Touristen lockte der Kadaver wie eine Attraktion an. Einige kletterten sogar darauf und machten fröhliche Fotos. Ein anderer ritzte eine Nachricht in den toten Körper. Die Zeitung "La Nacion" berichtete von 50 Menschen, die rund um den Wal herumstanden, als Forscher am Schauplatz ankamen.

Der Blauwal hat offenbar ein tragisches Ende gefunden: Wie die Zeitung "La Prensa Austral" berichtete, dürfte er am offenen Meer verhungert sein. Forscher fanden heraus, dass das Tier sehr dünn und abgemagert war. Es dürfte bereits tot an die Küste angespült worden sein.

Bedenklicher Trend: Unangebrachte Selfies
Immer wieder sorgen geschmacklose Selfies in sozialen Netzen für Empörung. So verursachten Touristen im Sommer 2017 in Spanien einen Skandal, als sie mit einem Baby-Delfin für Fotos posierten – das Tier verendete schließlich

Auch das Berliner Holocaust-Mahnmal ist geradezu ein Hotspot für unangebrachte Selfies. Ein Berliner Künstler machte seinem Ärger darüber in einem Projekt Luft. Auf Yolocaust.de hielt er fröhlichen Hobbyknipsern einen Spiegel vor. Mittlerweile hat er die Bilder aber gelöscht, weil die Abgebildeten seiner Aussage nach ihren Fehler eingesehen hatten.

Auch ein deutscher Kicker geriet wegen unpassender Fotos vor dieser Kulisse auf Instagram in Kritik. RB-Leipzig-Profi Marcel Halstenberg spielte darauf mit seiner Freundin Fangen. Deplatziert wirkte dabei besonders auch der verwendete Hashtag #laufschlampelauf!

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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Mittwoch, 27. Jänner 2021
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