Mo, 18. Juni 2018

135 Attacken in Tirol

21.02.2018 08:30

AMS-Mitarbeiter bekommen Wut häufig zu spüren

Tätliche Angriffe, Sachbeschädigungen, Drohungen, Erniedrigungen und Co.: AMS-Mitarbeiter bekommen immer wieder den Frust von Arbeitslosen zu spüren. In Tirol gab es allein im Vorjahr landauf, landab 135 (verbale) Gewaltattacken auf Berater – in Innsbruck, wo es eine Security gibt, waren es 48!

Meistens ist ein Jobverlust mit Enttäuschung und jeder Menge Ärger verbunden. Eine neue Stelle zu finden, ist in Zeiten wie diesen oft gar nicht so einfach – zieht sich die Suche in die Länge, wirft der eine oder andere schon einmal seine Nerven weg. Und das wiederum müssen oft die Mitarbeiter des AMS ausbaden. „Vorfälle aggressiven Verhaltens von Kundinnen und Kunden“, wie es in der offiziellen Statistik so schön heißt, sind in Tirol leider keine Seltenheit.

105 schwere Übergriffe
Alles in allem wurden im Vorjahr 135 Fälle registriert. 105 davon (vor allem verbale Aussetzer) wurden als „schwer“ eingestuft. Das heißt, dass die Aggressionen zumindest zu einem Gesprächsabbruch geführt haben. Dazu zählen etwa Beschimpfungen, Beleidigungen, Erniedrigungen oder obszöne Gesten.

Inventar in Kufstein demoliert
In elf Fällen kam es zu teils massiven Drohungen, die sich direkt an Berater richteten – etwa durch Ankündigung eines tätlichen Angriffs. Drei Drohungen gingen an das AMS im Allgemeinen. Zwölf Angriffe erfolgten schriftlich – via SMS, E-Mails oder Briefe. Zu Tätlichkeiten (stoßen, schlagen, etc.) kam es je einmal in Innsbruck und in Schwaz. Zwei AMS-„Kunden“ ließen hingegen ihrer Zerstörungswut freien Lauf und demolierten Inventar – passiert in Kufstein.

Innsbruck Spitzenreiter
Die meisten Vorfälle (48) wurden in Innsbruck verzeichnet. Die dortige Geschäftsstelle ist auch die einzige in Tirol, in der eine Security präsent ist. Am „Stockerl“ sind zudem Landeck (29 Übergriffe) und Kufstein (14). Es folgen Imst (10), Schwaz und Kitzbühel (jeweils 9), Reutte (3) und Lienz (1). 12 Arbeitslose äußerten ihren Unmut in einer aggressiven Art und Weise via AMS-Service-Line. Zweimal musste sogar die Polizei einschreiten. Zudem wurden zwei Hausverbote erteilt. Anzeigen gab es vier. Positiv: Im Vergleich zu den Vorjahren gab es einen Rückgang bei den Übergriffen. 2016 waren es 143, 2015 sogar noch 274!

Hubert Rauth
Hubert Rauth

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.