Mo, 23. Juli 2018

Festival in Graz:

09.02.2018 13:40

Momente des Glücks

Die Steiermark ist reich an tollen Theatergruppen, die Stücke für Kinder und Jugendliche erarbeiten. Als ob das nicht reichen würde, lädt das spleen*graz-Festival zudem alle zwei Jahre gefeierte Gruppen aus ganz Europa in die Murmetropole und beschert dem verwöhnten Publikum ganz besondere Momente des Theater-Glücks. Bis 12. Februar läuft das Festival noch - hier ein Rückblick auf die ersten Festivaltage.

Wenn man in einem Stück über den Suizid eines jungen Mannes sitzt und dabei konstant von Momenten des Glücks überrollt wird, ist die oft eher abstrakt postulierte Magie des Theaters zu einem ganz konkreten Erlebnis geworden. Für ein solches sorgt die Gruppe NIE mit „Museum of Memories“ beim Festival spleen*graz. Was bleibt von einem Leben, das mit einem Selbstmord endet? Dieser Frage geht das Stück nach. Die Figuren sammeln Erinnerungen an ihren Freund, Bruder und Nachbarn Markus, der nicht mehr ist und doch weiterlebt – in den Geschichten und Herzen jener, die ihn kannten und liebten. Mit unglaublich viel Humor und verstärkt durch tolle Musik erzählen die Darsteller von ihm – und machen so die Lücke, die sein plötzlicher und doch nicht unerwarteter Abgang hinterlässt, umso tragischer sichtbar. Im Anschluss an die Vorstellung verwandelt sich die Bühne in ein Museum, in dem auch die Zuseher Erinnerungen hinterlassen können. Ein unvergessliches Theatererlebnis!

Die Einsamkeit der Migration
Einen spannenden Zugang zum Thema Migration findet Het Houten Huis aus Holland in „Onbekend Land“. Erzählt wird die Geschichte einer Frau, die in einer unwirschen Gegend ankommt und auf ihren Mann und ihre Tochter wartet. Die Einheimischen werden dargestellt von einem Musiker-Trio, dessen schräge Klänge zu unüberwindbar wirkenden Barrieren werden. Nur zögerlich kann sie sich verständlich machen und der Einsamkeit entkommen.

Kolossale Irritation
Eröffnet wurde das Festival bereits am Mittwoch mit einem Gastspiel der französischen Compagnie Arcosm. Rund um einen Fremdkörper, die Materialisierung einer Irritation, spielte sich die Produktion „Bounce!“ ab. Anfangs scheint der Holzkoloss mitten auf der Bühne für die vier Darsteller noch unsichtbar zu sein, doch schon bald ist er das Zentrum ihrer Aufmerksamkeit. Sie laufen gegen ihn an, einzeln und in Gruppen, sie versuchen ihn zu bezwingen, ihn zu verschieben und sehen sich schließlich auch in ihm gespiegelt.

Fesselnd ist dabei nicht nur die Geschichte selbst, sondern auch die Vielseitigkeit der Performer: Artisten, Tänzer, Clowns, Musiker, Sänger, Schauspieler. das französische Quartett ist all das – und mehr.

Vielfältiges Programm
Noch viele weitere Gastspiele aus Nah und Fern stehen bis 12. Februar auf dem Programm. Und in der Schiene spleen*trieb präsentieren auch viele Grazer Nachwuchs-Gruppen ihre Arbeiten. Alle Termine und Infos finden Sie hier

Christoph Hartner
Christoph Hartner

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