Mi, 22. August 2018

GrazMuseum:

07.02.2018 15:43

Jüdische Wurzeln des Pop

Mit der Erfindung des Grammophons im 19. Jahrhundert begann ein neue Ära der Massenunterhaltung. Es waren vor allem jüdische Erfinder, Produzenten, Verleger und Musiker, die das Zeitalter des Pop einläuteten. In der Schau „Jukebok. Jewkbox!“ im GrazMuseum kann man sich auf ihre Spuren begeben.

Die Welt ist eine Scheibe! Spätestens seit der deutsch-jüdische Emigrant Emil Berlin in den USA das Grammophon erfand, hat dieser Satz eine neue Bedeutung. Mit der Möglichkeit Musik aufzunehmen und massenhaft zu vertreiben, erwuchs nicht nur das, was wir heute Pop-Kultur nennen, sondern auch der Traum einer transnationalen Weltgemeinschaft.

Im Zentrum dieser Entwicklung stand eine Vielzahl an jüdischen Erfindern, Managern und Künstlern: „Sie waren Außenseiter, befanden sich in einer globalen Wanderbewegung und wollten endlich nicht mehr gehasst werden“, sagt Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems. „Was ist da besser, als einen Hit zu schreiben, den die ganze Welt liebt?“ In der von ihm kuratierten Ausstellung, die nun auch in Graz zu sehen ist, kann man die jüdischen Wurzeln der Popkultur erkunden, die bis in die Gegenwart Früchte tragen.

Musikalischer Streifzug durch das 20. Jahrhundert
Von religiösen Gesängen über Arnold Schönberg bis zu den großen Musical-Komponisten der Mitte des 20. Jahrhunderts und von Folkmusik über jüdische Comedy bis hin zu den Ramones reicht das Spektrum. An den Hörstationen soll man nicht nur in die musikalischen Welten eintauchen, sondern sich auch mit anderen Besuchern austauschen.

Extra für Graz wurde ein Raum mit Künstlern eingeschoben, die im Laufe der Geschichte hier aktiv waren: Operndiva Ernestine Schumann-Heink und Varietésängerin Ridi Grün etwa, oder in jüngerer Zeit Richard Ames und Aron Saltiel. Ein besonderer Platz ist dabei für Robert Stolz reserviert, der großteils mit jüdischen Librettisten gearbeitet hat und einigen von ihnen auch zur Flucht vor den Nazis verhalf, ehe er selbst ins Exil nach Amerika ging.

Programm im Gedenkjahr
Mit dieser Schau startet das GrazMuseum auch in das heurige Gedenkjahr. Im Oktober eröffnet eine Ausstellung zum Thema „Graz zwischen 1918 und 1938“, ab November widmet sich eine weitere Schau dem Lager Graz-Liebenau. Gegenwärtige Bilder der Stadt wiederum werden ab Mai in einer großen Schau präsentiert und im August ist die Kinderstadt zu Gast im GrazMuseum. Infos hier

Christoph Hartner
Christoph Hartner

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