"Krone": Herr Weber, wie lebt es sich als Altbischof?
Johann Weber: Ich mag nirgendwo mitmischen oder die Fäden ziehen. Ich helfe in der Grazer Pfarre St. Leonhard mit und bin viel unterwegs. Es ist mir bisher ganz gut gelungen, ein Mittelmaß zwischen Stress und Langeweile zu finden. Es geht mir gut und ich bin gesund. Dafür bin ich sehr dankbar!
"Krone": Wo immer Sie unterwegs sind, fliegen Ihnen die Herzen der Gläubigen zu. Was bedeutet Ihnen diese Verbundenheit?
Weber: Es ist schön, wenn man geschätzt wird. 32 Jahre als Bischof sind eine lange Zeit – und eine Lebensschule. Ich habe Menschen von Radkersburg bis Schladming kennengelernt, junge wie alte, und von ihren Freuden und Sorgen gelernt.
"Krone": Sie wurden vor 40 Jahren als noch junger Pfarrer zum Bischof geweiht. Was haben Sie damals empfunden?
Weber: Meine Ernennung hat mich sehr überrascht, ich war ja nur ein einfacher Pfarrer. Ich bin ganz unvoreingenommen an die Sache herangegangen, hab mir gesagt: Pack ma's! Es war keine einfache Zeit, die Gesellschaft war im Umbruch. Dass es uns gelungen ist, Brücken zu bauen, ist dem Einsatz vieler Frauen und Männer, Laien und Priester zu verdanken. Die Ernte konnten wir beim Katholikentag 1981 einfahren. Für mich war's ein Zeichen: Es ist etwas gewachsen in der Diözese!
"Krone": Wie würden Sie Ihre Zeit als Bischof charakterisieren?
Weber: Sie stand im Zeichen des Dialogs, sowohl innerhalb der Kirche, als auch über alle Grenzen hinweg. Unter dem Strich schaue ich ohne Frust und ohne Gekränktheit, sondern mit ungeheurer Dankbarkeit auf diese Zeit zurück.
"Krone": Eines Ihrer Bücher trägt den Titel "Bei den Leuten". War das Ihr Credo?
Weber: Es ist ein gutes Wort – und trifft genau das, was ich immer versucht habe zu sein.
"Krone": Auch heute sind die Zeiten nicht einfach. Was ist Ihre Botschaft an die Menschen?
Weber: Habt Mut und vertraut auf Gott!
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