Nach intensiven Verhandlungen und Expertengesprächen zwischen den Bundesländern ist ab Herbst 2009 der Bildungsrahmenplan für elementare Bildungseinrichtungen in Österreich gültig. Dieser wurde seit 2007 unter steirischer Koordination erarbeitet.
"Mehr Bewusstsein für frühe Bildung"
Der Plan sei laut Landesrätin Vollath und Martina Grötschnig (Leiterin der pädagogischen Fachabteilung des Landes) kein Lehrbuch oder Zwangsplan, sondern als eine Fachberatung zu verstehen. Diese soll die Qualität in den Kindergärten und -horten steigern. Die Initiative soll auch das Bewusstsein für frühe Bildung ab dem ersten bis zum sechsten Lebensjahr in der Bevölkerung stärken. In diesem Zusammenhang startet auch die Imagekampagne "Bildung macht groß". Inwieweit ein Bundesland die erarbeiteten Angebote annimmt und auf wie viele Betreuungseinrichtungen es diese ausdehnt, bleibt diesem überlassen.
Motivation, Forschung, Sprachentwicklung
Im Vordergrund stehen soziales und entdeckendes Lernen, Motivation, Forschung und Sprachentwicklung. Alljährlich steht der Rahmenplan unter einem bestimmten Schwerpunkt. Für das Jahr 2009/2010 ist das Thema "Naturwissenschaft und Technik" mit dem steirischen Projekt "Forscherixa" zur Unterstützung der Pädagogen und Pädagoginnen vorgesehen. Dadurch soll anhand spielerischem Lernen die Neugier auf Naturwissenschaften unter den Kindern geweckt werden. Zudem soll auch dazu beigetragen werden die Elternzusammenarbeit, die Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit zu stärken.
Finanziert wurde das länderüberschreitende Projekt von allen neun Bundesländern. Die Druckkosten für die Publikationen übernahm das Land Steiermark. Landesrätin Vollath zufolge handelt es sich um ein kostengünstiges Projekt: "Ein Mehr an Bildung ist nicht ein Mehr an Kosten".
Senkung von 25 auf 15 Kinder pro Gruppe?
Bezüglich der Senkung der Gruppengröße von 25 auf 15 Kinder erklärte Vollath, dass unter den Bundesländern noch großer Diskussionsbedarf herrsche. Auch die stellvertretende Obfrau des Dachverbandes der Kindergarten-Pädagoginnen, Raphaela Keller, forderte am Donnerstag in einem Interview eine Verkleinerung der Gruppengrößen in den Kindergärten auf 15 Kinder pro Gruppe mit zwei Pädagogen. Diese Zahl beruhe auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Mit der derzeitigen Gruppengröße von 25 Kindern sei das von der Politik vorgegebene Ziel der Beseitigung von Sprachdefiziten nicht erreichbar.
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