Geredet wird viel über die Zivilcourage, eingegriffen wird aus Angst aber selten. Die Bauarbeiter René Spielvogel (32) aus St. Stefan ob Stainz und sein 22-jähriger Kollege Manuel Klement aus Lannach bewiesen das Gegenteil.
Räuber mit Auto verfolgt
"Wir hatten gerade Dienstschluss und saßen im Auto, als es passiert ist", erzählt der 22-Jährige. Zwei vorerst Unbekannte hatten eine 87-Jährige vor ihrem Haus brutal gegen einen Zaun gestoßen, einer war mit ihrer Tasche geflüchtet. "Zehn Minuten vorher, und wir hätten nichts bemerkt", sagt sein Kollege. "Wir waren halt zur richtigen Zeit am richtigen Ort", zeigen sich die beiden bescheiden. Im Auto verfolgten sie den Räuber.
Täter leistete keinen Widerstand
"Dann ist er mit der Tasche über den Bordstein geflogen. Unser Glück. Wir haben ihn geschnappt," sagt Klement. "Ich hab gar nichts getan, ich hab die Tasche gefunden", soll der Räuber beteuert haben. "Die Tasche hat er unter einen Lkw geworfen", weiß der 32-Jährige. Gemeinsam warteten sie auf die Polizei. "Er hat keinen Widerstand geleistet."
"Alle sahen zu"
Was die beiden, die von den Beamten gelobt wurden, allerdings schockierte: "Alle sahen zu, aber keiner hat was getan..." Dem zweiten Täter gelang die Flucht, nach ihm wird gefahndet. Die 87-jährige Pensionistin bekam zwar ihre Handtasche zurück, musste allerdings mit zahlreichen Prellungen und Abschürfungen sowie einem schweren Schock ins UKH Graz eingeliefert werden.
von Eva Molitschnig, ("Steirerkrone") und steirerkrone.at
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.