Die Obersteiermark ist am vergangenen Donnerstag Schauplatz einer blutigen Bandenfehde geworden. Wie die Polizei am Sonntag berichtete, gingen mehrere jugendliche Asylwerber am helllichten Tag in Mürzzuschlag mit Messern aufeinander los und prügelten wild aufeinander ein. Ein 17-jähriger Afghane musste mit schweren Stichverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.
Auslöser für den Eklat am Donnerstag war laut Polizei eine andere Messerstecherei am 29. Juli in Krieglach. Der junge Afghane, der später im Krankenhaus landete, soll einem tschetschenischen Kontrahenten mehrere Messerstiche versetzt haben. Das 21-jährige Opfer wurde leicht verletzt - Anzeige gab's keine. Man zog es vor, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.
Kontrahenten in die Falle gelockt Am Freitagnachmittag lockte der verletzte Tschetschene seinen afghanischen Kontrahenten unter dem Vorwand der Versöhnung in einen Mürzzuschlager Park. Dort warteten allerdings bereits zwei Kumpels des Tschetschenen. Zu dritt fiel man über den jungen Afghanen her, um Rache zu nehmen bzw. "die Ehre wiederherzustellen", wie die Polizei wörtlich berichtete. Mit Ehre hatte die Aktion allerdings wenig zu tun: Der 17-jährige Afghane erlitt unter anderem mehrere Schnitt- und Stichverletzungen - eine Wunde am Oberschenkel war 15 Zentimeter lang. Der Bursche liegt im LKH Mürzzuschlag, Lebensgefahr besteht nicht.
Gegenschlag am Busbahnhof Eine Gruppe von Afghanen kam ins Spiel. Die Männer hatten sich in der Nähe aufgehalten, erkannten die missliche Lage ihres Landsmannes und eilten dem 17-Jährigen zu Hilfe. Daraufhin ließen die drei Tschetschenen von ihrem Opfer ab und rannten davon. Im Bereich der Kirchengasse beim Busbahnhof in Mürzzuschlag wurden sie schließlich von ihren Verfolgern gestellt - und wieder wurde geprügelt. Ernsthaft Verletzte gab's diesmal aber keine.
Festnahme, Anzeige und Sprung in Fluss
Ein Zeuge schaltete die Polizei ein. Die Beamten forschten die drei Tschetschenen aus, die den 17-jährigen Afghanen im Park niedergestochen hatten. Der mutmaßliche Haupttäter, der 21-Jährige, wurde festgenommen und in die Justizanstalt Leoben gebracht. Ein zweiter Tschetschene wurde auf freiem Fuß angezeigt. Der dritte Verdächtige konnte seiner Festnahme durch einen Sprung in die Fröschnitz entgehen und ist flüchtig.
Diese Bandenfehde wird wohl noch lange nicht zu Ende sein - man muss ja schließlich seine "Ehre" bewahren...
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