Zwölf kluge Köpfe

Internationale Experten “Hochwasser-Einsatz”

Steiermark
27.07.2009 12:48
Die Technische Universität Graz hat ein europaweites Projekt zur Verbesserung des Hochwasser-Risikomanagements in Städten initiiert. Gestartet wurde am Montag mit einer Tagung in der steirischen Landeshauptstadt, in der die Spuren der Extremniederschläge vom Juli noch sichtbar sind. Internationale Experten sehen sich den besonders betroffen Bezirk Andritz besonders genau an.

Mitte Juli ließen heftige Regengüsse (siehe Foto) Keller und Kellerwohnungen mit Wasser volllaufen, "abgesoffene" Lift- und Lichtschächte sowie aufgeschwommene Öltanks in einigen Grazer Stadtbezirken hielten die Einsatzkräfte auf Trab.

Ähnliches Problem in Florenz oder Valencia
Ähnliche Situationen spielen sich immer wieder auch in Lodi bei Florenz, im spanischen Valencia oder auch Dresden ab. Gerade aus diesem Grund wurde im Vorjahr im Rahmen der zweiten ERA-Net CRUE Finanzierungsinitiative der Europäischen Kommission eine Ausschreibung für Hochwasserstrategien und Hochwassermanagement mit dem Fokus auf urbane Bereiche eröffnet. Die vier Städte arbeiten nun in dem auf zwei Jahre anberaumten Projekt "Sufri" (Sustainable Strategies of urban flood risk management with non-structural measures to cope with the residual risk) zusammen.

Keine Baumaßnahmen
"Das Projekt zielt nicht auf weitere Baumaßnahmen ab, denn diese können keinen absoluten Hochwasserschutz bieten", so der Grazer Projektmitarbeiter Helmut Knoblauch vom Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der TU Graz. Im Vordergrund steht der Umgang mit dem vorhandenen Restrisiko: "Die Verbesserung der Vorwarnsysteme, die Optimierung des Katastrophenschutzmanagements, sowie die Bewusstseinsbildung stehen im Mittelpunkt", erklärte der Grazer Wasserbauer. Die Analyse der nationalen Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Partnerländern sollen zu Empfehlungen für eine bestmögliche Anwendung in der Praxis stehen.

Zwölf Experten
Die zwölf Experten aus Italien, Spanien, Deutschland und Österreich sind am Dienstag im Grazer Stadtgebiet unterwegs, um die Grazer Bäche sowie errichtete bzw. in Bau befindliche Hochwasserschutzmaßnahmen zu besichtigen. Die Experten der TU Graz arbeiten im Rahmen des Projektes u.a. an einem numerischen Modell, das zeigen soll, wie sich mobile Hochwasserschutzmaßnahmen (z. B. der Einsatz von Sandsäcken) auf umliegende Straßen und Bezirksteile auswirken. Beteiligt ist auch ein Soziologe der Universität Graz, der sich darüber Gedanken machen wird, wie man die Bewusstseinsbildung der Bevölkerung in puncto Hochwasserschutz vorantreiben könnte.

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