Desaster befürchtet

“Chirurgie-Ja” ruiniert Budget und Reformen

Steiermark
09.07.2009 16:37
Das "Ja" der Regierung zu den Chirurgien Bad Aussee und Mürzzuschlag stürzt das Land in schwere finanzielle Probleme. Ökonomen orten gar ein Desaster. Fest steht, für Spitäler stehen in den nächsten beiden Jahren "nur" 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Offensichtlich zu wenig, denn: "Fakt ist, dass zusätzliche Ausgaben beschlossen wurden. Aber woher soll das Geld dafür kommen?", fragt sich nicht nur Gesundheitslandesrat Helmut Hirt.

Die Quadratur des Kreises - nichts anderes bedeutet der Beschluss im Landtag, die Chirurgien in Aussee und Mürzzuschlag zu erhalten. Obwohl der Rechnungshof empfohlen hatte, Abteilungen mit wenigen Fallzahlen zu schließen, muss der Spitalslandesrat dem Wunsch des steirischen Parlaments Rechnung tragen. Wie das funktionieren soll, darüber rätseln die Finanzexperten.

Sogar schon Grundbesitz verscherbelt
Mehr als über Anleihen finanzierte 1,2 Milliarden Euro hat man nicht. 
Mittlerweile hat man das Familiensilber verscherbelt, KAGes-Grundstücke zu Geld gemacht, um das auf tönernen Füßen stehende Budget zu stabilisieren. Woher das (zusätzliche) Geld kommen soll, steht noch in den Sternen.

Teure Luxuschirurgie für relativ kleine Region
"Geht das jetzt auf unsere Kosten?", so die durchaus berechtigte Frage besorgter Landsleute. Fest steht, dass zum Beispiel Aussee zusätzlich zur bereits bestehenden psychosomatischen Abteilung um 17 Millionen Euro ein nagelneues Spital hingestellt bekommt - und sich um weitere zehn Millionen eine Luxuschirurgie vom Landtag bestellt hat, für die man allerdings noch einen eigenen Schwerpunkt finden muss. Der Bedarf einer Kleinregion rechtfertigt eine solche Station nämlich nicht.

Andere Einrichtungen als Leidtragende
Es ist nicht auszuschließen, sagen Insider, dass nun der Baubeginn für die neue Intensivstation am LKH Leoben bzw. der Neurologie in Feldbach verschoben werden muss, oder bei den neu geplanten Krankenzimmern auf der Gebärstation des LKH Graz gespart wird. Unklar sei auch, wie's mit Sanierungen an anderen Spitälern weitergehe - vom Neubau der Uni-Chirurgie ganz zu Schweigen.

von Gerhard Felbinger, Gerald Schwaiger ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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