So, 22. Juli 2018

Tag der Arbeit

02.05.2009 11:36

Ein Hauch von Klassenkampf

Es war ein Hauch von Klassenkampf, aber wirklich nur ein sanfter, der am 1. Mai durchs Land gezogen ist. Franz Voves' Forderung nach einer "Reichensteuer" hat die Menschen im Kopf erreicht, aber offensichtlich nicht so, dass eine Massenbewegung daraus geworden ist. 3.000 Demonstranten hatte sich der SPÖ-Vorsitzende als Latte bei der Demonstration in der Landeshauptstadt selbst gelegt, er ist darunter geblieben...

"An die 2.000", so die offizielle Auskunft der Polizei, seien es schlussendlich auf dem Grazer Hauptplatz gewesen, die Organisatoren selbst sprechen von 3.500. Wie auch immer: Die mitgeführten Transparente ("Gerechtigkeit statt Gier", "Sozialer Friede statt Steuerdiebe") ließen nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig.

Voves präzisiert Ansatz
Voves selbst präzisierte seinen Steuer- und wirtschaftspolitischen Ansatz, der ja österreichweit für Aufsehen gesorgt hat: Vermögenszuwachssteuer auf Aktien, Immobilien- und Unternehmensbeteiligungen. "Das ist es! Nicht mehr, aber auch nicht weniger." Und: Es werde ihn wohl niemand für so blöd halten, wirklich die kleinen Häuslbauer schröpfen zu wollen...

Mehr Bilder vom Maiaufmarsch in Graz findest du in der Infobox!

Demos haben auch in anderen Städten stattgefunden, die größte in Leoben (4.000), in Kapfenberg und Knittelfeld (je 1.500 Demonstranten). Und bei der Kundgebung der KPÖ in Graz wurden auch noch 500 gezählt.

"Motivieren statt demonstrieren"
Anders der Zugang der Volkspartei zum 1. Mai. Keine großen Aufmärsche, dafür Besuch bei Menschen, die auch an Sonn- und Feiertagen werktätig sein müssen, lautete die Parole. Landeshauptmann-Stellververtreter Hermann Schützenhöfer war unter dem Motto "Motivieren statt demonstrieren" unterwegs. Ein Jauserl gab es da für die Mitarbeiter der Polizei am Grazer Paulustor, in den Ziegelwerken Gleinstätten oder bei der Feuerwache Graz-Ost.

38.500 Menschen in der Steiermark ohne Job
Wobei just am "Tag der Arbeit" die April-Statistik des AMS öffentlich geworden ist und die Feiern empfindlich störten. Denn die ist wirklich dramatisch: Das Plus an Arbeitslosen (im Vergleich zum April 2008) liegt bei 37 Prozent. Knapp 38.500 Menschen in der Steiermark sind aktuell ohne Job. Weitere 9.000 in sogenannten Schulungsmaßnahmen. Und, ebenfalls dramatisch: 5.000 weitere Steirer sind bereits in Kurzarbeit, weitere 5.000 sind "angesucht", wie's so schön heißt. Würde man diese insgesamt 10.000 Menschen auch noch in die Statistik aufnehmen, dann "Gute Nacht"...

von Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"

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