Während die Steiermark unter der anhaltenden Krise stöhnt (Industriellen-Chef Veit Sorger rechnet mit einem Wirtschaftsabschwung von 3 bis 4 Prozent), nutzen "Schwarze Schafe" die Verunsicherung aus: Das AMS kennt Fälle "falscher Kurzarbeit", wenn kurzerhand die Arbeitszeit und aliquot der Lohn gekürzt wird.
Es hat sie immer gegeben und es wird sie immer geben: die Krisengewinner. Als solche müssen wohl auch jene Unternehmen bezeichnet werden, die im Sog der Wirtschaftsturbulenzen versuchen, ihren Gewinn zu maximieren. Eine Judenburger Firma wollte vor Kurzem etwa "falsche" Kurzarbeit einführen - und bleibt dabei nicht allein.
Betroffene fürchten um Job Beim AMS Steiermark häufen sich die Beschwerden über ähnliche Praktiken: Ein Betrieb beschließt - ohne vorher Arbeitsamt, Gewerkschaft oder den Betriebsrat zu informieren - die Einführung von Kurzarbeit, senkt "vorsorglich" gleich einmal Arbeitszeit und Lohn. Die meisten Beschäftigten fügen sich dann aus Angst um den Job ihrem Schicksal.
"Eine völlig inakzeptable Vorgangsweise!", ärgert sich AMS-Chef Karl-Heinz Snobe. Es handle sich um Ausnahmefälle, generell funktioniere das Kurzarbeits-System im Land gut.
Daten und Fakten
Kurzarbeit dient dazu, bei schlechter Auftragslage Personalkosten zu verringern. Arbeitnehmer müssen um bis zu 40 Prozent weniger arbeiten und verlieren etwa zehn Prozent des Lohnes. Aktuell befinden sich 13.000 Steirer in Kurzarbeit.
Das AMS forciert die Maßnahme, um die Menschen in Beschäftigung zu halten und Kündigungen zu vermeiden.
Keine guten Nachrichten von der Wirtschaftsfront gab's auch am Freitag: Der Präsident der Industriellenvereinigung, Veit Sorger, rechnet mit einem Krisenende erst 2011. Und der weiß-grünen Exportwirtschaft droht ein Rückgang von mehr als 25 Prozent.
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