"Das Krisengespenst wird anhalten", sagte Rotschädl und verwies auf die aktuellen Arbeitslosenzahlen - 300.000 in Österreich, davon knapp 50.000 in der Steiermark. Rotschädl verlangte eine rasche Umsetzung der geplanten Konjunkturpakete. Eine einzusetzende Expertenkommission solle "die Konjunkturpakete auf deren Effizienz prüfen, damit die Regierung Maßnahmen setzen kann." Weiters müsse es eine Verbesserung der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie Kurzarbeit oder Stiftungen auch für Leiharbeiter geben. Dazu käme auch eine flexible Gestaltung der Bildungskarenz, so der AK-Präsident. In der Expertenkommission sollten von Bund und Ländern nominierte Vertreter, Sozialpartner, Fachleute der Nationalbank und Wirtschaftsforscher zusammensitzen.
Rotschädl apelliert an "Solidarität aller"
Wenn beim Österreich-Fonds Zeit vergeudet werde, würden Unternehmen "in die Krise geraten", so der Präsident, der den Bedarf für den Fonds auf zehn Milliarden Euro schätzte. Dadurch könnte der mittelständischen Wirtschaft kurzfristig Kapital in Form von stillen Beteiligungen zur Verfügung stehen. Der aktive Beitrag der Unternehmen sei unverzichtbar, betonte der AK-Präsident und appellierte an "die Solidarität aller". Während viele Betriebe bereit wären, Stiftungen zu finanzieren, seien es vor allem Leiharbeiterfirmen, die "sich noch zieren", wie Rotschädl formulierte.
Zur Beratungstätigkeit der AK im Jahr 2008 meinte Direktor Bartosch, es habe vermehrt Anfragen hinsichtlich Beendigung von Dienstverhältnissen gegeben. Ebenso nehme die Zahl der Gekündigten zu, die den Rat der AK suchen würden. Im Insolvenzbereich gab es die deutlichste Steigerung, nämlich plus 20 Prozent bei der Gruppe derjenigen, die von Konkursen betroffen seien - in absoluten Zahlen seien dies knapp 3.900 Personen.
Gastgewerbe Problembranche Nummer eins
2008 wurden von der AK auch eine höhere Summe aus dem Insolvenzfonds erstritten, nämlich ein Plus von elf Prozent auf 23,4 Millionen Euro. Die Anfragen im Bereich Konsumentenschutz stiegen ebenfalls um zehn Prozent an. Dabei handelte es sich größtenteils um Fragen bezüglich Fremdwährungskredite. 4.400 Klagen in Arbeits- und Sozialrechtssachen seien im Vorjahr bei der AK eingegangen. Problembranche Nummer eins sei das Gastgewerbe mit über 1.000 Fällen, gefolgt vom Gewerbe der Arbeitskräfteüberlassung, dem Handel und Branchen ohne Kollektivvertrag.










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