"Graz ist keine multikulturelle, sondern eine österreichische Stadt", wettert FPÖ-Landesparteiobmann Gerhard Kurzmann gegen die Stadtregierer, die einer Moschee zustimmten. Auch Bischof Egon Kapellari spricht sich nicht gegen den Bau in Graz aus, appelliert aber an die muslimische Gemeinde, auf die Situation der Grazer Zivilgesellschaft Rücksicht zu nehmen.
Islamische Gruppen müssen sich erst einigen
Noch ist jedoch unklar, ob sich die verschiedenen islamischen Gruppen in Graz überhaupt auf ein gemeinsames Projekt einigen können. In zwei Wochen wird es im interreligiösen Beirat der Stadt die nächsten Gespräche geben.
Aufregung nach "Krone"-Bericht
Der "Krone"-Bericht (siehe Infobox) über den Wunsch der Muslime, in Graz eine Moschee zu errichten, hat für gewaltige Aufregung gesorgt. Kritik kommt von Blau und Orange; ÖVP, Grüne, SPÖ und KPÖ hingegen sind bereit, einer Moschee zuzustimmen.
Mit 10.000 Mitgliedern sind die Muslime die dritt-stärkste Glaubensgemeinschaft in der steirischen Landeshauptstadt. Und sie wollen eine Moschee - so Anas Schakfeh, Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs. Die Grazer sind mehrheitlich gegen eine Moschee, aber die Politik ist mehrheitlich dafür. ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl: "Ich bin überzeugter Christ, aber ich respektiere jeden Menschen, der Gebete kennt. Niemand will seine Gebete im Hinterhof verrichten." (Siehe dazu auch Interview in der Infobox).
Lisa Rücker, grüne Vizebürgermeisterin: "Der Bedarf ist gegeben. Das Problem ist, dass sich die unterschiedlichen Nationalitäten muslimischen Glaubens auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Der gesamte Prozess braucht Begleitung durch die Stadt."
Wolfgang Riedler, SPÖ-Chef: "Die Gesetzeslage ist klar: Wenn alle Rahmenbedingungen eingehalten werden, können die Muslime eine Moschee bauen."
Herbert Wippel, KPÖ-Gemeinderat: "Wenn die Muslime ihre Moschee selbst bezahlen und sich an die Bauordnung halten, haben wir nichts dagegen."
Von der FPÖ kommt ein striktes Nein. Susanne Winter: "Wenn die islamische Glaubensgemeinschaft denkt, dass sie gegen den Bevölkerungswillen eine Moschee mit Minarett errichten kann, dann hat sie die Rechnung ohne den Wirt, nämlich uns Grazer gemacht."
BZÖ-Chef Gerald Grosz: "Wir wollen ein Bauverbot, wie es die Kärtner haben."
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