20.12.2017 21:03 |

Ferndiagnose:

Traum als Auslöser für Bluttat?

Schockstarre im Spielberger Ortsteil Sachendorf! Ein 89-Jähriger soll seine Frau (87), mit der er seit über sechs Jahrzehnten verheiratet ist, mit einem Fleischermesser schwerst verletzt haben. Ein Eifersuchts-Drama nach vielen Jahren wird vermutet. Kaum nachvollziehbar, laut Dr. Manfred Walzl aber gar nicht unmöglich.

Gleich vorweg: Manfred Walzl, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, hat mit diesem speziellen Fall (noch) nichts zu tun, kann aufgrund seiner Erfahrung aber Vermutungen anstellen. "Solche Fälle kommen gar nicht so selten vor", sagt Walzl, "vor allem im Alter. Im Moment ist es meiner Einschätzung nach so, dass man keine Aussage des Mannes für bare Münze nehmen kann."Die Situation, die zur Eskalation geführt hat, muss auch keineswegs Gesprächsthema im Haus gewesen sein. "Wenn man vom Alter her von einer leichten Demenz ausgeht, dann ist das Langzeitgedächtnis nach wie vor gut erhalten. So können lange verdrängte Inhalte plötzlich wieder auftauchen. Da reicht auch schon ein einfacher Traum. Sogar kurzzeitige Durchblutungsstörungen im Gehirn können dazu führen, dass man zu so einer Tat fähig ist."
Die Ferndiagnose des Universitätsprofessors, der oft für psychiatrische Gutachten zu Rate gezogen wird, deckt sich im Großen und Ganzen mit den Aussagen der näheren Umgebung. So fiel dem 57-jährigen Sohn beim gemeinsamen Abendessen am Vorabend nichts Ungewöhnliches auf, und auch in der Nachbarschaft waren Streitereien des Paares nicht bekannt. Der Zustand des Paares (die gehbehinderte Frau erlitt schwere Kopfverletzungen sowie Schnittwunden am Hals und an der Brust) ist auch nach einer Not-Operation lebensbedrohlich, womit die Ermittler noch keine Befragungen vornehmen konnten.


Alexander Petritsch, Kronen Zeitung

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