Fr, 19. Oktober 2018

Brauchtum

30.11.2017 12:56

Faszinierte Blicke der Kinder

1966 gründete der Vater die Gnigler Pass und brachte den Brauch in die Stadt: Zur Familientradition des Tapezierer-Betriebes gesellt sich seither die furchterregende Tradition. "Wir werden mehr als Krampus-Werkstatt wahrgenommen", lacht Hannes Brugger und erzählt, wie Kinder ihre Nase ans Schaufenster drücken.

Wie seid ihr zur Krampus-Familie geworden?
Papa, Mama, Schwester, Freundin, Schwager, Nichte - alle gehen. Mein Vater hat die Pass in den 60ern gegründet: Er war bei einem Lauf in St. Johann dabei und vom Maskentragen fasziniert.

Gibt es regionale Unterschiede beim Brauch?
"Ein Spezl hat mir gerade Fotos von einem Kärntner Lauf geschickt: Da ist ein Sterndlspritzer nach dem anderen reingegangen. Viele kennen sich auch nicht aus. Wenn einer im Fernsehen sagt, er schlägt eh nur mit Ruten und Latex-Schweif zu, dann frage ich mich, was hat das dort zu suchen"

Kann es schnell zu Gewalt kommen?
"Was schnell passieren kann, ist ein gebrochener Finger. Gerade, wenn Gitter aufgebaut sind. Wenn das Ganze aber mutwillig ist, dann soll man dem nachgehen. Man darf aber auch nicht außer Acht lassen, dass heute Krampusse sehr oft angegriffen werden.

Ihr sorgt für Sicherheit?
"Wir vergeben beim Lauf keine Nummern, aber die Namen sind hinterlegt und es haftet jeder Obmann für die Listen. Wir arbeiten nur mit Gruppen, die wir kennen, zusammen. Mittlerweile gibt es beim Lauf Vollvergitterung. Wir planen den Ablauf im Vorfeld so reibungslos wie möglich. Kritisch ist oft die Aufstellung der Gruppen: Bei uns bekommt jede Pass ihr Taferl. Bevor es losgeht, wird jeder auf Alkohol und Schlagwerkzeug kontrolliert. Die Gnigler Vereine stellen Ordner. Ruten sind nicht erlaubt, nur Roßschwänze."

Was ist die Motivation?
"Wenn sie dir Kinder gegenüberstehen und beim Krampus die Augen suchen: Die faszinierenden Blicke, die sie dir zuwerfen und die Freude, die sie haben, wenn wir uns hinterbücken. Wir sind kein Grusel-Schreck."

Früher gab es Hausbesuche und keine Inszenierung bei Läufen im Ort...
"Wir kommen am 5. und 6. Dezember auch ganz traditionell zu Hausbesuchen."

Die neuen Trends bei den Masken?
"Es gibt sehr viele Schnitzer - Masken von Holz bis Silikon."

Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

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