Mi, 26. September 2018

Almkanal-Stollen

20.09.2017 20:52

Weltwunder aus dem Mittelalter fließt nun wieder

Salzburgs Weltwunder stammt aus dem Mittelalter. Der Almkanal ist das älteste funktionierende Wasserbauwerk in Europa. An diesem Freitag um 15 Uhr werden an der Königsseeache die Schleusen wieder geöffnet und das Wasser kriecht langsam in Richtung Altstadt. Die "Krone" auf Lokalaugenschein im Berginneren.

Die legendäre Position des "Almmeisters" hält derzeit Dipl. Ing. Wolfgang Peter. Für den Bereich der Altstadt ist Dr. Robert Berger verantwortlich, offiziell heißt dies Geschäftsführer der Wasserwerksgenossenschaft Stiftsarm.

Gehen wir mit Erzabt Korbinian durch den Garten des Stiftes, so plätschert leise ein Bächlein: Der Almkanal verzweigt sich in der Stadt.

Erstmals erfahren wir durch Dr. Robert Berger, dass es auch einen Neben-Tunnel unter dem Residenzplatz gibt. Ursprünglich dürfte es eine Verbindung zwischen Alter und Neuer Residenz gewesen sein. Nun können wir direkt unter dem Residenzbrunnen stehen.

Ein Arm des Gewässersystems aus dem Mittelalter dient für die Kühlung des Großen Festspielhauses und der Großen Aula. Der Geschäftsführer bedauert: Da gab es ein gutes Projekt, wonach der Almkanal in der Mitte der Hofstallgasse und dann weiter im Furtwängler Park sichtbar gemacht oder offen gelegt werden sollte.

Was blieb, ist kärglich: Unter einem Gitter sieht man auf einigen Quadratmetern das Wasser fließen. Tafeln für die Erklärung fehlen hier ebenso wie beim runden Brunnenartigen Teil auf dem Universitätsplatz.

Von der Königsseeache kommt das Wasser

Es ist ein weiter Weg von der Königsseeache über Grödig, Eichet und Gneis bis in die Stadt. Die Surfer versuchen bei der Alm-Welle die hier verstärkt gemachte Strömung zu bewältigen, dann fließt das Gewässer wieder ruhig und beschaulich dahin. Die Praxmayrmühle ist stillgelegt, nur Strom für den Eigenbedarf wird erzeugt.

Dies ist nach Ansicht von Robert Berger wohl die einzige Möglichkeit, denn eine Einspeisung in das allgemeine Netz bringt nicht viel. Beim Auslauf in die Salzach entstand eine Schnecke, die Strom für das Haus der Natur liefert. Die Brauerei Stiegl hat ein kleines Kraftwerk nahe den St. Peter Wiesen, wo sich im Sommer hunderte Jugendliche tummeln. Hier scheint es romantischer als im Freibad zu sein, wo alles geregelt ist.

Studenten übernehmen in den drei Wochen der Alm-Abkehr, der Zeit für Reparaturen und Abdichtungen der Gewölbe, die Führungen.

Immer mehr Interesse herrsche, bilanziert Dr. Berger. Im Viertelstunden-Takt kriechen die Schulklassen gebückt in den Stollen. Er ist nur 375 Meter lang.

Zu Tage tritt der Almkanal wieder auf dem Gelände des historischen Friedhofs von St. Peter und der Druck des Wassers hilft auch beim Drehen des Mühlenrades in der Stiftsbäckerei .

Undichte Stellen bereiten Probleme

Schwierig wird es, wenn Keller in der Altstadt an Feuchtigkeit leiden. Dazu muss man die Historie wissen: Als das Domkapitel und die Fürsterzbischöfe den Segen für die Errichtung gaben, waren Teile der Altstadt Ackerland, erst nach 1143 setzte die Verbauung ein, mit Steinen unter der Erde.

1335 erteilte Fürsterzbischof Friedrich III. den Bewohnern das Recht der Wasserentnahme.

Und entlang des Kanals, vor allem im Bereich von Gneis, befinden sich nunmehr wieder 500 geschützte prächtige Kopfweiden.

Hans Peter Hasenöhrl, Kronen Zeitung

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