Sa, 23. Juni 2018

Bericht übergeben

25.07.2017 08:24

Ponykarussell-Pferde im Prater: Stadt Wien am Zug

Das Ponykarussell im Wiener Prater wurde 2016 geschlossen. Der Betreiber setzt allerdings weiterhin sechs der ehemaligen Karussellpferde in der betriebseigenen Reitbahn ein. Nun hat "Vier Pfoten" einen Bericht zum Zustand der Pferde von Doris Schneeberger, einer Tierethikerin und Expertin im Pferdesport, an das Büro der zuständigen Stadträtin Ulli Sima übergeben.

Die "Vier Pfoten" haben den weiteren Einsatz der Vierbeiner stets kritisiert: Nach jahrelangem Stress, lauter Musik und Im-Kreis-laufen sollten die Tiere in den wohlverdienten Ruhestand geschickt werden, so die Forderung der Tierschützer. Expertin Doris Schneeberger, die die Pferde über einen längeren Zeitraum beobachtet hat, kritisiert darin vor allem diverse Stressfaktoren, denen sie ausgesetzt sind. Außerdem stellte sie Stereotypien an den Tieren fest, die ebenfalls durch Stress ausgelöst werden.

Störungen aufgrund belastender Erlebnisse
"Die Expertin spricht von physikalischen, physischen, sozialen, kognitiven und psychischen Stressfaktoren für die Tiere. Einige weisen außerdem ihr zufolge verschiedene Grade einer dissoziativen Störung auf - das heißt eine Störung aufgrund belastender Erlebnisse", sagt Martina Pluda, Kampagnenleiterin der "Vier Pfoten".

"Das wundert uns natürlich nicht. Auch wir haben immer darauf hingewiesen, dass die Arbeit im Ponykarussell für die Tiere extrem strapaziös und monoton ist. Deshalb wäre es umso wichtiger, sie endlich artgemäß zu halten." Da Pferde als Fluchttiere "stille Leider" sind, sind die beobachtbaren Symptome und der gesundheitliche Zustand für den Laien jedoch kaum bzw. eher schwer zu erkennen, heißt es in dem Bericht.

"Die Stadt Wien ist am Zug"
Die "Vier Pfoten" sehen den Ball nun bei der Stadt Wien. "Wir fordern Ulli Sima auf, auf den Bericht zu reagieren. Es kann ihr als Tierschutzstadträtin nicht gleichgültig sein, dass Tiere in Wien zur Belustigung der Menschen leiden müssen. Wir appellieren an sie, den Pferden ihren wohlverdienten Ruhestand zu ermöglichen."

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