Der Chef der Grazer Blauen, Mario Eustacchio, ist bereit für Koalitionsverhandlungen mit der VP. Eine Bedingung muss für ihn aber erfüllt sein: Er will das Wohn-Ressort von der KP übernehmen und für die Grazer Gemeindewohnungen zuständig sein. Dass ihm VP-Bürgermeister Siegfried Nagl diese Forderung erfüllt, ist sehr wahrscheinlich.
Der Grazer FP-Chef Mario Eustacchio stellt unmissverständlich klar: "Ja, ich bin bereit mit der VP Koalitionsgespräche zu führen."
Über Details will Eustacchio vorerst noch nicht reden, nur eine Forderung ist für ihn unverhandelbar: "Ich will das Wohn-Ressort, also für die Grazer Gemeindewohnungen zuständig sein."
Das Wohn-Ressort ist ja bekanntlich seit vielen Jahren fest in Händen der KP. KP-Chefin Elke Kahr wird es nicht kampflos abgeben wollen.
Eustacchio ficht das nicht an: "Im Grazer Gemeindebau läuft vieles schief. Ich will eine neue Lösung haben, will, dass Österreicher bevorzugt behandelt werden. Das kann man mittels eines veränderten Punktesystems erreichen. Wie die Lösung schlussendlich aussehen könnte, das werden wir mit der VP besprechen."
Der VP-Bürgermeister Siegfried Nagl hüllt sich vor dem Verhandlungsstart in Schweigen. Man kann aber wohl getrost davon ausgehen, dass er Eustacchios Wunsch erfüllen wird.
Koalitionsgespräche starten nächste Woche
Diese Woche führt Nagl erste lose Gespräche mit den Chefs der anderen Parteien. Da wird sich herauskristallisieren mit wem Nagl kommende Woche intensive Koalitionsgespräche startet. Sollte das nicht die Eustacchio-FP sein, wäre das ein politisches Wunder
Übrigens: Eustacchio weist sämtliche Spekulationen über seinen Rücktritt zurück: "Das ist Nonsens. Ich bin mit der Landes- und Bundes-FP im besten Einvernehmen."
Ressort-Verteilungen
Völlig offen ist die künftige Ressort-Verteilung. Hier darf spekuliert worden. Ein heißer Tipp: Das Sozialressort, bislang fest in der Hand der SP, dürfte zur Grünen Tina Wirnsberger wandern. Nagl selbst wird wohl die Finanzen übernehmen, wie er das ja schon öfter angekündigt hat. Kurt Hohensinner wird wohl weiterhin den Bereich Bildung führen. Das Verkehrs-Ressort könnte indes an die Kommunisten gehen. Aber wie gesagt: Noch ist das alles spekulativ.
Gerald Richter, Kronen Zeitung
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