Sa, 23. Juni 2018

EDV macht Ärger

22.09.2016 16:12

Probleme bei E-Medikation: Probebetrieb verlängert

Vor drei Monaten wurde sie stolz präsentiert: die E-Medikation, ein Teil der elektronischen Gesundheitsakte ELGA. Ärzte und Apotheken sollen am Computer künftig einen Überblick über alle Medikamente haben, die ein Patient einnimmt. Doch im Pilotbezirk Deutschlandsberg holpert es. Vor allem EDV-Probleme sorgen für Ärger. Nun wurde der Probebetrieb um zwei Monate verlängert, der österreichweite Zeitplan wackelt.

Ende September hätte in Deutschlandsberg ursprünglich Bilanz gezogen, dann die E-Medikation bis Ende 2017 auf ganz Österreich ausgeweitet werden sollen. Doch dieser Zeitplan wird nicht halten. Diese Woche kam die Info aus Wien: Der Probebetrieb (bei dem nur zwölf von 60 Ärzten mitmachen) läuft vorerst bis Ende November weiter – und das aus gutem Grund…

"Es gibt gewaltige Probleme", berichtet Martin Georg Millauer, Internist aus Stainz und Vizepräsident der steirischen Ärztekammer. Die EDV macht zu schaffen – gerade dort, wo Ärzte über kein Breitbandinternet verfügen.  "Ich bräuchte ein neues EDV-Programm und eine Einschulung, müsste meine Ordination für zwei Tage schließen", sagt Millauer. Er spricht von Kosten von mehreren Tausend Euro und einem "zu hohen bürokratischen Aufwand".

"Es gibt viele Kinderkrankheiten"
Dabei findet er die Idee, dass alle Medikamente der Patienten gespeichert werden und so auf einen Blick sichtbar sind, prinzipiell gut – genauso wie die Stainzer Apothekerin Angelika Bischof. Doch auch sie spricht von "vielen Kinderkrankheiten" bei der Software. Gerade die enorme Datenmenge sorgt für Verzögerungen, dazu sind häufig Updates notwendig.

Die E-Medikation dürfte bei den Patienten auch kaum bekannt sein. Der Anteil jener, die ihre E-Card in der Apotheke freiwillig stecken, befinde sich laut Bischof "im Promillebereich".

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