Sa, 20. Oktober 2018

6 statt 8 Jahre:

19.06.2016 14:16

Auer-Welsbach vorzeitig aus der Karlau entlassen

Er hat fast 13.000 Anleger um mehr als eine halbe Milliarde Euro geprellt: Der Investmentbanker Wolfgang Auer-Welsbach hatte mit seinen Genussscheinen unglaubliche Renditen versprochen. Für diesen schweren Betrug wurde er zu acht Jahren Haft verurteilt. Freitag wurde er aber vorzeitig aus der Justizsanstalt Graz-Karlau entlassen.

Jahrelang galt Auer-Welsbach als Finanz-Guru, versprach mit Genussscheinen, die "sicher wie ein Sparbuch" sein sollten, hohe Renditen. Kleine Sparer, Sportler, Politiker - viele legten ihr Geld bei der 1991 gegründeten AvW Invest an. Doch das betrügerische System brach zusammen.

Eineinhalb Jahre wurde ermittelt. Im April 2010 klickten in der Zentrale in Krumpendorf am Wörthersee die Handschellen. Die Vorwürfe: Betrug, Untreue, betrügerische Krida, Verstöße gegen das Kapitalmarktgesetz, Steuerhinterziehung.

Über halbe Milliarde Euro Schaden
Der Millionenjongleur hatte sich anfangs als nicht schuldig bezeichnet, der Schaden wurde mit 520 Millionen Euro beziffert. Das Urteil in einem der größten Betrugsprozesse Österreichs lautete acht Jahre und neun Monate Haft. Und auch als Häftling machte er noch Schlagzeilen: In der Karlau-Außenstelle Maria Lankowitz bestand der Verdacht auf "Berauschung", bei einem Hafturlaub wurde er als Alko-Lenker mit 1,7 Promille gestoppt. Die Fußfessel wurde daher abgelehnt.

Steuerzahler darf blechen
Während Auer-Welsbach frei ist, ist der Konkurs erst abzuwickeln. Mehr als 75 Millionen Euro können kaum ausgeschüttet werden, der Schaden beläuft sich auf das Fünffache. Die Rechnung hat der Steuerzahler zu begleichen.

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