Di, 14. August 2018

Anrainer in Fügen

29.04.2016 14:26

"Wir wollen nicht noch mehr Flüchtlinge!"

Elf Anrainer leben seit Jahrzehnten in der kleinen Siedlung in der Schöffstallstraße in Fügen. Nichts Außergewöhnliches, sondern etwas ziemlich Alltägliches. Doch seit Jänner 2015 haben sie verhältnismäßig viele Flüchtlinge als Nachbarn bekommen - und zwar zwölf an der Zahl. Laut dem Land Tirol sollen es noch mehr werden. Der Dorfchef setzt sich für seine Bürger ein.

Seit Jänner 2015 leben in einem an die Tiroler Sozialen Dienste vermieteten Haus in dieser Siedlung immer wieder Flüchtlinge. Derzeit sind es zehn Erwachsene und zwei Kinder. Die Einheimischen haben sich mit der Situation arrangiert. Reichtum und Vermögen muss man in der Siedlung suchen, dennoch hießen die Bewohner die neuen Nachbarn mit Kleidung und einem Fahrrad willkommen.

Weitere 25 Flüchtlinge sollen kommen

Doch dieser Nachbarschaftsfriede könnte in Gefahr sein. Das Land Tirol möchte eine weitere Unterkunft für 25 Flüchtlinge errichten - und zwar auf einem angrenzenden 900 Quadratmeter großen Grundstück. "Als ich von den Plänen erfuhr, war ich geschockt", spricht Anrainer Franz Lang Klartext und fügt hinzu: "Fakt ist, dass wir alle hier in der Siedlung nicht noch mehr Flüchtlinge wollen."

Anrainer haben Angst

Hauptkriterium ist die Angst, die den Einheimischen zu schaffen macht. "In den vergangenen Monaten kamen zwar öfters Polizisten vorbei, doch durchgehend betreut werden die Flüchtlinge nicht", erklärt Anrainerin Karin Gruber. Sie beschäftigt jedoch noch eine ganz andere Sache: "Vor kurzem haben wir unser Eigenheim renoviert und dafür viel Geld investiert. Doch wenn noch mehr Flüchtlinge dauerhaft hier wohnen, wird das künftig nichts mehr wert sein." Auch Friedl Hollaus, Eigentümer des Gastrobetriebes in der Siedlung, hat Befürchtungen: "Bei der geplanten Erhöhung haben wir mit Einbußen zu rechnen. Sollte das umgesetzt werden, werde ich mir rechtliche Schritte vorbehalten."

Alternative wird gesucht

Der Fügener Bürgermeister Dominik Mainusch versteht die Sorgen der Anrainer. "Noch mehr Flüchtlinge in diese Siedlung zu integrieren ist nicht vertretbar. Daher suche ich nach einer Alternative", garantiert er.

"Sind unter Zugzwang"

Fest steht jedoch, dass die 25 Flüchtlinge kommen werden. "Ursprünglich sollten es 50 Schutzsuchende sein, doch wir konnten die Zahl reduzieren", betont Mainusch und ergänzt: "Wir stehen unter Zugzwang. Das Land fordert von allen Gemeinden, die 1,5-%-Quote zu erfüllen. Daran müssen auch wir uns halten."

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