Di, 21. August 2018

Nach Pflegeskandal

07.07.2015 12:53

Schloss Schwanberg steht nun leer

Beinahe gespenstische Ruhe herrscht derzeit im Schloss Schwanberg. Ende Juni sind die letzten Patienten aus dem ehemaligen Landespflegeheim in kleinere Einrichtungen gezogen. Ein jahrelanger und – wie von allen Seiten betont wird – vorbildlicher Prozess ist abgeschlossen. Nun wird ein Käufer für das Schloss gesucht, drei Interessenten gibt es.

Vor fünf Jahren sorgten angebliche Misshandlungen im Landespflegeheim für Negativschlagzeilen. Rechtliche Folgen für die Beschuldigten gab es aber kaum, auch der ehemalige Pflegeleiter wurde in zweiter Instanz freigesprochen.

Dennoch: Die Politik entschied, das Großheim aufzulösen. Für 150 Patienten mit geistiger Behinderung oder psychischen Erkrankungen musste ein neuer, adäquater Platz gefunden werden – eine Mammutaufgabe. "Wir haben zuerst für jeden einzelnen erhoben, welche Lösung am besten wäre. Ein Pflegeheim? Eine Rückführung in die Familie?", sagt Monika Pisleritsch, die nach dem Skandal eingesetzte Pflegedirektorin.

Drei neue Wohnhäuser errichtet
Schritt für Schritt leerte sich das Schloss. Am Ende lebten hier noch 40 Patienten. Pisleritsch: "Für sie gab es keine passende Institution. Sie haben einen individuelleren Hilfebedarf."

Aus diesem Grund wurde drei neue Wohnhäuser gebaut: in Deutschlandsberg (Caritas und Diakonie für je 15 Personen) und Leibnitz (GSFG für 10 Personen). Vor wenigen Tagen erfolgte der Umzug, der vielen nicht leicht fällt. Bis zu 50 Jahre lebten sie in Schwanberg!

Riesen-Umstellung für Klienten
"Es läuft gut, auch wenn es eine Riesen-Umstellung für die Klienten ist", heißt es von der Diakonie. "Wir geben ihnen Zeit, ruhig in die neue Umgebung reinzukommen." Auch im Vorfeld wurde viel getan: Man hat mit den Klienten die Baustellen besucht, die Mitarbeiter der neuen Heime haben bereits in Schwanberg hospitiert.

Die KAGes sucht nun einen Käufer für das Schloss. Drei Interessenten aus dem Gesundheitsbereich gibt es, darunter soll der Grazer Primar Günther Nebel sein.

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