Fr, 17. August 2018

KAGES beschwichtigt

03.04.2015 14:24

Unfallchirurg klagt: "Gefahr für Patienten!"

Er könne die Haftung für die Unfall-Chirurgie nicht mehr tragen – dies schreibt der Chef der Unfallchirurgen am LKH-Graz, Franz Josef Seibert, in einer brisanten Mail. Grund sei der Personalmangel. Ein ehemaliger LKH-Unfall-Chirurg stößt in die selbe Kerbe. KAGes-Vorstand Karlheinz Tscheliessnigg widerspricht.

Die umfassende, qualitativ hochwertige, den Regeln der modernen Unfallchirurgie entsprechende Patientenversorgung sei am LKH-Graz nicht mehr gewährleistet, warnt Unfallchirurg Rainer Gumpert: “Es fehlen Chirurgen!“ Gumpert weiß viele Kollegen hinter sich, die ihre Unterschrift unter eine entsprechende Stellungnahmen gesetzt haben. Gumpert: “Ich schweige nicht mehr. Mir geht es um das Patienten-Wohl!“

Gumpert ist aus dem LKH-Dienst ausgeschieden – einvernehmlich. Hintergrund: Gumpert hat “privat“ operiert. “Ich wollte einem Patienten helfen, der am LKH eineinhalb Jahre auf eine operative Nachbehandlung gewartet hätte. Aber ja, ich habe einen dienstrechtlichen Verstoß begangen.“

“Es gibt genügend Unfall-Chirurgen“

KAGes-Chef Tscheliessnigg sagt: “Meines Wissens hat Gumpert nicht nur einmal privat operiert. Zu den Unfallchirurgen: “An der Unfallchirurgie sind acht Oberärzte im Dienst. Vier davon sind junge, bestens ausgebildete Ärzte. Die Patienten am LKH sind bestens versorgt. Es gib genügend Unfall-Chirurgen.“ Angesprochen auf die brisante Mail des Chefs der Unfall-Chirurgen sagt Karlheinz Tscheliessnigg: “Die kenne ich nicht!“

“Können ja nicht einfach zusperren“

Gumpert bleibt bei seiner Meinung, dass es zu wenige Unfallchirurgen gäbe: “Die Jungen können gewisse Operationen noch nicht durchführen, da braucht es die erfahrenen Oberärzte. Und die fehlen.“ Und weiter: “Es könnte der Fall eintreten, dass nur ein erfahrener Oberarzt anwesend ist. Das widerspricht meiner Ansicht nach den Anforderungen an das Spital als überregionales Trauma-Zentrum. Mindestens zwei Schwerverletzte müssen parallel versorgt werden können. Wie soll das mit nur einem erfahrenden Oberarzt gehen? Hier ist für Patienten Gefahr im Verzug! Wir können ja nicht einfach zusperren, wenn wir operieren!“

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