Routenänderung & Co.

Freiwillige Maßnahmen zum Walschutz gefordert

Tierecke
18.05.2023 11:36
Porträt von Tierecke
Von Tierecke

Der Reederverband „Armateurs de France“ ruft zu freiwilligen Maßnahmen zum Schutz zweier gefährdeter Walpopulationen auf: Im Hellenischen Graben im Mittelmeer und südlich von Sri Lanka sollen die Routen geändert und die Schiffsgeschwindigkeit reduziert werden.

Die rund 60 Mitgliedsunternehmen der französischen Vereinigung steuern etwa 1000 Schiffe, darunter Fracht- und Containerschiffe sowie schnelle Passagierfähren. Der Hellenische Graben ist ein anerkanntes wichtiges Meeressäugergebiet (IMMA) für die tief tauchenden Pottwale und Cuvier-Schnabelwale. Die Pottwale im Mittelmeer sind auf der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet eingestuft. Die Population im östlichen Mittelmeer ist auf lediglich 200 Tiere reduziert.

Stark gefährdete Zwergblauwale
Die Gewässer im Süden Sri Lankas sind ein anerkanntes wichtiges Meeressäugergebiet (IMMA) für Blau- und Pottwale. Die Population der Blauwale in Sri Lanka ist kleiner und als „Zwergblauwal“ bekannt. Einzigartig sind sie, weil sie offenbar keine saisonale Wanderung unternehmen, sondern das ganze Jahr über in diesen Gewässern leben. Außerdem unterscheiden sie sich von anderen Populationen durch ihre besonderen Laute und Verhaltensweisen. Sie werden von der IUCN als stark gefährdet eingestuft.

Langsamer ist sicherer
Die Umleitung von Schifffahrtsrouten aus dem Lebensraum der Wale ist nicht die wirksamste Maßnahme zum Schutz der Wale vor Schiffskollisionen. Um das Kollisionsrisiko mit Schiffen zu vermeiden, ist es - wenn eine Umleitung unmöglich ist - nachweislich am wirksamsten, die Schiffsgeschwindigkeit zu reduzieren. Idealerweise fahren Schiffe höchstens zehn Knoten durch einen Kernlebensraum der gefährdeten Wale.

Eine NGO-Koalition um die Meeresschutzorganisation „OceanCare“ empfiehlt die Maßnahmen, um die gefährdeten Pottwale und Blauwale davor zu schützen, von Schiffen gerammt und tödlich verletzt zu werden. Dies ist häufigste direkte Todesursache für die Walpopulationen in diesen Gebieten. „OceanCare“ wünscht sich nicht nur freiwillige, sondern verbindliche Maßnahmen, die verhindern, dass gefährdete Wale in den von Forschern identifizierten Hochrisikogebieten angefahren werden.

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