Nach Rekordjahr

Warum der steirische Immobilienmarkt schwächelt

Steiermark
26.03.2023 07:00

Steigende Preise, hohe Zinsen und straffere Kredit-Richtlinien ließen dem Immobilienmarkt in der Steiermark nach Rekord-Jahr die Luft aus. Im hochpreisigen Segment gab es dennoch wieder einige Mega-Deals.

Jahrelang gab es für den steirischen Immobilienmarkt nur eine Richtung: steil nach oben. Sowohl die Anzahl der verkauften Häuser, Wohnungen und Grundstücke als auch der Umsatz stiegen konstant an. Nicht einmal die Corona-Pandemie brach diesen Trend. Ganz im Gegenteil: 2021 ging als lukratives Rekord-Jahr in die steirische Immobilien-Geschichte ein.

Stärkster Rückgang in Leoben
Doch damit ist nun Schluss, wie der auf Grundbuch-Daten beruhende „ImmoSpiegel“ von Re/max belegt. 2022 wurden deutlich weniger Immobilien verkauft, nur 22.003 wechselten im Vorjahr den Besitzer. Das sind um 3494 weniger als 2021. Nur in einem einzigen Bezirk (Murau) gab es mehr Eigentümerwechsel als im Jahr zuvor. Am dramatischsten war der Rückgang der Verkäufe im Bezirk Leoben, wo fast ein Viertel weniger Immobilien den Besitzer wechselten, aber auch in Deutschlandsberg (-22,8 %) oder Graz-Umgebung (-19,6 %) gab es einen massiven Rückgang.

Gleich mehrere Faktoren setzten den Käufern zu
Die Gründe dafür sind vielfältig: Im ersten Halbjahr hätten laut dem Bericht vor allem steigende Preise zu einem leichten Rückgang der Immobilien-Nachfrage geführt. „Das zweite Halbjahr war hingegen gekennzeichnet vom steigenden Zinsniveau, den strengeren Kreditvergaberichtlinien, der hohen Inflation und der allgemeinen Verunsicherung. Dies führte zu einer spürbar niedrigeren Nachfrage, einem deutlich höheren Angebot und zu einem Abflachen der Preiskurve“, so Bernhard Reikersdorfer, Managing Director von Re/max Austria, der vorerst keine Besserung sieht: „Aufgrund der derzeit vorherrschenden Rahmenbedingungen ist auch im Jahr 2023 mit einem weiteren Rückgang bei den Immobilienverkäufen zu rechnen.“

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Aufgrund der derzeit vorherrschenden Rahmenbedingungen ist auch im Jahr 2023 mit einem weiteren Rückgang bei den Immobilienverkäufen zu rechnen.

Bernhard Reikersdorfer, Managing Director Re/max Austria

Was für die Käufer immer mehr zum Problem wird, spielt der Branchen-Statistik in die Karten: die hohen Preise, aufgrund derer der Rekordumsatz aus 2021 im Vorjahr beinahe gehalten werden konnte. Mit 4,61 Milliarden Euro setze die Immobilienbranche „nur“ um 50 Millionen Euro weniger um als im Rekord-Jahr 2021.

35 Millionen Euro für Haus auf dem Jakominiplatz
Bei betuchten und institutionellen Investoren saß der Euro nach wie vor locker, wie ein Blick auf die teuersten Immobilienverkäufe des Jahres zeigt. Der kostspieligste Deal fand im Grazer Stadtzentrum statt: Direkt am Jakominiplatz wechselte das Steinfeldhaus um 35 Millionen Euro den Besitzer. In den Top-5 folgen zwei weitere Gebäude in Graz, ein neun Hektar großes Grundstück in der Landeshauptstadt und eine bekannte Hotelanlage im Bezirk Leibnitz.

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