Am 5. Dezember wird weltweit der Weltbodentag gefeiert. Was hat das mit Niederösterreich zu tun? Eine Menge: Der Bodenverbrauch im Land ist noch, oft weil Infrastruktur errichtet wird, hoch. Der „blau-gelbe Bodenbonus“ soll nun zu einer Entsiegelung von Flächen führen.
Gemeinden, Städte, Gemeindeverbände und Vereine erhalten zur Wiederherstellung von Lebensraum wie Grünflächen, Äcker und Wiesen künftig 50 Prozent der Kosten - somit gibt es also viel „Schotter“ für das Entfernen von Beton und Asphalt. „Wir wollen ein klares Signal setzen, noch sensibler mit dem Bodenverbrauch in Niederösterreich umzugehen“, erklären dazu Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesvize Stephan Pernkopf am Dienstag in einer Pressekonferenz.
Der Bodenverbrauch wird seit Jahren reduziert. Es gibt Widmungsbremsen und das Verbot von neuen Einkaufszentren auf der grünen Wiese.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner
Ebenso erfreulich: Ein Drittel der Gesamtfläche unseres Bundeslandes ist Naturschutzgebiet. Niederösterreich habe auch die meisten Natur- und Nationalparks in ganz Österreich sowie ein strenges Raumordnungsgesetz. Letzteres gibt es seit eineinhalb Jahren mit einer Vielzahl an strengen Richtlinien, wie etwa die Pflicht von Mobilisierungsmaßnahmen bei allen Neuwidmungen. Neu gewidmete Bauparzellen, die nach einer bestimmten Zeitspanne nicht bebaut werden, werden automatisch zurückgewidmet.
„Enttäuschung ist jetzt natürlich groß!“
Die SPÖ verlangt einen Plan für Niederösterreich, „anstatt der x-ten groß inszenierten Einzelmaßnahme kurz vor der Wahl“. Die Enttäuschung sei jetzt natürlich sehr groß, so Wohnbausprecher der SPÖ NÖ Christian Samwald. Denn diesen Plan hätte man dem erst vor Kurzem präsentierten SPÖ-Wohnprogramm gegenüberstellen können. Der Bonus helfe weder dem Häuslbauer noch den Mietern bei den exorbitanten Wohn- und Energiekosten, heißt es in der Aussendung.
Den Grünen „fehlt der Glaube“
Landessprecherin von den Grünen Helga Krismer meint zum „blau-gelben Bodenbonus“: „Seit Monaten trommeln wir das Thema Bodenversiegelung in Niederösterreich und zeigen mit Anträgen, die Wichtigkeit von Entsiegelungsmaßnahmen und Bodenschutz. Diese Anträge und unser Ansinnen wurden von der ÖVP immer abgelehnt. Die ÖVP, die seit 30 Jahren das Land versiegelt und zubetoniert hat, wird jetzt aktiv. Uns fehlt der Glaube.“
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