Biomasse soll als erneuerbare Energiequelle versiegen. Das hätte massive Konsequenzen für unser Bundesland, warnt die Politik.
Dünster und geheimnisvoll erscheint der Wald gerade vor Halloween als Schauplatz in vielen Filmen. Nicht minder gruselig ist, was die Europäische Union mit unserer „Grünen Lunge“ vorhat!
Auswirkungen auf Absatzmarkt
Denn eine neue EU-Richtlinie zur erneuerbaren Energie könnte schwerwiegende Auswirkungen auf unsere Absatzmärkte haben und in Folge jeden treffen, der den steirischen Wald bewirtschaftet. Aber nicht nur das: Auch der Energiesektor ist von den geplanten Regelungen betroffen.
Was ist Sache? Nun, die EU will, dass bis zum Jahr 2030 die forstliche Nutzung auf ein niedrigeres Levelzurückgeschraubt wird. Holz, das direkt aus dem Wald stammt und für Biomasse eingesetzt wird, soll dann nicht mehr als erneuerbare Energie anerkannt werden.
1,5 Milliarden Verlust
Alleine in der Steiermark würde das den Verlust von 15.000 Arbeitsplätzen und 1,5 Milliarden Euro an Wertschöpfung pro Jahr bedeuten. Vor allem für die Bauern wäre das dramatisch, immerhin sichern viele mit der Bewirtschaftung des Waldes ihr Einkommen. „Durch diese Pflege wächst jährlich mehr nach, als entnommen wird“, stellt ÖVP-Agrarlandesrat Hans Seitinger klar (siehe Interview).
Schadholz kann genutzt werden
Gleichzeitig fällt durch Unwetterereignisse immer mehr Schadholz an, das sich nur für die energetische Nutzung eignet. Wird es nicht verwendet, verfault es und kann nicht mehr zum Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle eingesetzt werden. Dabei wäre es möglich, 360.000 steirische Haushalte mit Holz über eine Zentralheizung oder über Nahwärme auszustatten. Biomasse gilt immerhin als Schlüssel zur CO2-neutralen Energieversorgung. Genau deshalb hätten Heizwerke ausgebaut werden sollen, doch das neue Gesetz würde genau das verbieten. Pikant: Gleichzeitig soll Strom aus Atomkraftwerken als „grünes“ Investment klassifiziert werden. „Ein Irrsinn“, sind sich Kritiker einig.
Wird das neue Gesetz beschlossen, könnten Strafzahlungen und Preisexplosionen bei Holz drohen. Außerdem setzt man damit Förderungen für Haushalte aufs Spiel. Seitinger: „Ministerin Leonore Gewessler muss handeln!“
Durchschnittsniveau von 2017-2022 doch anrechenbar
Ein erster Teilerfolg konnte bei der Abstimmung zur EU-Richtlinie mittlerweile erreicht werden: Eingangs wurde die Einstufung von Biomasse aus Primärholz als erneuerbare Energie ausgeschlossen, jetzt soll Biomasse auf dem Durchschnittsniveau von 2017-2022 doch anrechenbar sein. Man wird sehen . . .
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