Statt Dankeschön

Deutscher Alpinist drohte Lebensrettern mit Anwalt

Tirol
23.10.2022 07:00

Die Bergrettung Ehrwald holte einen sehr schlecht ausgerüsteten Deutschen mit massiven Herzproblemen bei widrigen äußeren Verhältnissen von der Zugspitze. Dann weigerte er sich, den Einsatz zu bezahlen und kündigte rechtliche Schritte an.

„Eigentlich würde man sich ein Dankeschön erwarten“, schüttelt Regina Poberschnigg, die Ortsstellenleiterin der Bergrettung Ehrwald, ungläubig den Kopf. Tatsächlich drohte aber ein deutscher Alpinist, der sich in der Stopselzieherroute zur Zugspitze in Lebensgefahr befand, nach seiner Rettung mit rechtlichen Schritten. Der nicht versicherte Mann wollte die Kosten für den Einsatz der Bergrettung nicht bezahlen.

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In der von vielen unterschätzten „Stopselzieherroute“ herrschen derzeit schon ab 2400 Metern winterliche Verhältnisse.

Regina Poberschnigg, Ortsstellenleiterin Bergrettung Ehrwald

„A-Alarm“ - Lebensgefahr
„Es handelte sich um einen A-Alarm“, schildert Regina Poberschnigg. „Das bedeutet, dass Lebensgefahr besteht.“ Der Deutsche hatte laut eigenen Angaben massive Herzprobleme.

Wegen des Schlechtwetters konnte freilich kein Hubschrauber fliegen. Daher fuhren Kräfte der Bergrettung Ehrwald samt Arzt mit der Tiroler Zugspitzbahn zum Gipfel und seilten sich bei Schneefall und extrem rutschigen Verhältnissen hinunter zum Patienten.

Als sie bei dem Mann eintrafen, war der fast nicht ansprechbar. „Er war extrem erschöpft und für die Bedingungen sehr schlecht ausgerüstet“, schildert Robin Lutnig von der Bergrettung Ehrwald. Den Einsatzkräften gelang es, den Deutschen, der sich in Lebensgefahr befand, sicher zum Gipfel zu bringen. Doch statt später in Begleitung des Arztes ins Tal zu fahren, suchte er mit seinen Freunden das Weite und fuhr hinab nach Bayern.

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Er war extrem erschöpft und für die Bedingungen sehr schlecht ausgerüstet.

Robin Lutnig

Wollte Rechnung nicht zahlen
Als dann die Rechnung für den fordernden und aufwändigen Einsatz der Bergrettung bei dem Deutschen eintrudelte, wollte er den Pauschalbetrag nicht bezahlen. Stattdessen bombardierte er die Ortsstelle mit Mails. Er habe gar keinen Arzt gebraucht, die Rettung habe zudem nicht zweieinhalb, sondern nur zwei Stunden gedauert. Die Rechnung sei - sinngemäß - eine „Schweinerei“. Und als Höhepunkt kündigte er an, den Anwalt einzuschalten.

Regina Poberschnigg ließ diese Vorwürfe nicht auf sich sitzen und stellte ihn in einem Telefonat zur Rede. Die Konsequenz: Schließlich hat er doch bezahlt!

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