Viele Erstklässler beschreiten bald einen neuen Lebensabschnitt - und den Schulweg. Am besten vorher abgehen, raten Experten.
Am Weg zur Schule verletzten sich im Vorjahr 57 steirische Kinder. Um das heuer zu vermeiden, bleiben wenige Tage, den Weg in die Klasse vorab zu üben. Denn auch wenn es im Vergleich zu 2019 nur fast die Hälfte an Verletzten gab, ist jedes einzelne Kind eines zu viel. Tödlichen Unfall gab es zum Glück aber im vergangenen Jahrzehnt keinen.
Kinder auf Schutzweg werden übersehen
Welche Situationen besonders gefährlich sind? Christian Gratzer vom VCÖ weiß: „Es gibt immer mehr Lieferwagen und SUV. Beim Parken verstellen sie die Sicht auf Kinder, die den Schutzweg überqueren.“ Lösungen: ausgedehnte Halte- und Parkverbote und niedrigere Tempolimits. 30 km/h statt 50 bringen Sicherheit.
Gefahrenstellen vermeiden
Überraschend: Die größte Gruppe der Verletzten in der Steiermark fand sich im Vorjahr bei den 15-Jährigen. Österreichweit war ein Drittel mehr Burschen als Mädchen betroffen. Gerade mit Schulanfängern und Kindern, die die Schule wechseln, sollte der sicherste Weg gefunden werden: wo wenig Autos fahren, niedrige Tempolimits herrschen und kaum Straßen zu überqueren sind.
Außerdem: „Gefahrenstellen unbedingt der Direktion und Gemeinde melden“, rät VCÖ-Expertin Lina Mosshammer. Daten, wo jene im Vorjahr lagen, liegen nicht vor. Was Maria Knauer-Lukas vom Land Steiermark aber weiß: „Die Unfälle passierten alle auf Gemeindestraßen.“
Es gibt immer mehr Lieferwagen und SUV. Beim Parken verstellen sie die Sicht auf Kinder, die den Schutzweg überqueren. Parkverbote würden mehr Sicherheit bringen.
Christian Gratzer
Kreative Lösungen schon ab heuer
Der Trend zeigt zum Glück nach unten, auch weil schon viel geschehen ist: „Schülerlotsen und Exekutive sichern Übergänge, Autofahrer sind aufmerksamer, viele Schulen setzen Sicherheitsmaßnahmen“, so Mosshammer.
Ein Beispiel: die Elternhaltestelle in der VS Waltendorf in Graz; die Autos halten ein Stück entfernt. Die Folge: „Weniger Stau, weniger Chaos, manche gehen gleich zu Fuß,“ sagt Fritz Hofer vom Klimabündnis Steiermark. Ab Herbst wird es in Waltendorf, Wundschuh, Gleisdorf oder Pachern einen sogenannten Pedibus geben: Mindestens ein Elternteil gabelt die Kinder am Schulweg zu Fuß bei verschiedenen Haltestellen auf. Mit dem Ziel, dass die Kinder später alleine gehen können.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.