Großes Glück hatte am Sonntagmittag ein Tiroler Alpinist (36), der im Anstieg zur Reichenspitze (3303 m) in den Zillertaler Alpen vier Meter tief in eine Randspalte gestürzt ist. Er erlitt erhebliche Verletzungen und wurde ins Krankenhaus Schwaz geflogen.
„Wir wurden kurz vor 12 Uhr alarmiert“, schildert Andreas Eder, Ortsstellenleiter der Bergrettung Mayrhofen. Ein Zillertaler Bergsteigerduo wollte von der Plauener Hütte über dem Zillergrund zur Reichenspitze an der Grenze zu Salzburg aufsteigen. Einer der beiden, die in einer Zweierseilschaft unterwegs waren, ist beim Überqueren der Randkluft ausgerutscht, weil an seinem Stand wohl ein Stück Eis ausgebrochen ist.
Begleiter schlug Alarm
Daraufhin stürzte der 36-jährige Alpinist rund vier Meter tief in die Randspalte, sein 40-jähriger Seilpartner konnte ihn dann freilich halten. Er schlug sofort Alarm.
Zwei Hubschrauber starteten zum Unglücksort in rund 3000 Metern. Zusätzlich zum Notarzthubschrauber Heli 4 flog auch die Libelle Tirol mit sechs Mayrhofener Bergrettern Richtung Reichenspitze.
Verletzte am Tau aus der Randspalte geborgen
„Zum Glück war die Spalte recht weit offen, sodass Heli 4 den Verletzten am Tau bergen konnte“, informiert Bergretter Eder. Der Zillertaler wurde ins Krankenhaus Schwaz geflogen und dort am Arm operiert. Die Besatzung der Libelle Tirol barg in der Folge den zweiten Alpinisten ebenfalls am Tau. Der Unverletzte wurde anschließend mit dem Heli aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich geflogen.
Bei den heurigen Bedingen muss man auf einer Gletschertour die komplette Ausrüstung dabei haben – von den Steigeisen bis zum Eispickel. Und Anseilen ist sowieso Pflicht.
Andreas Eder, Chef der Bergrettung Mayrhofen
Gletscher zerklüftet
Stichwort „Gefahrenbereich“: Die Tiroler Gletscher im heurigen Sommer präsentieren sich grundsätzlich sehr zerklüftet und daher besonders gefährlich. Bergretter Andreas Eder rät allen Alpinisten daher dringend, sich anzuseilen. Das Seil hat in diesem Fall noch Schlimmeres verhindert.
„Ein weiterer Alpinist befand sich allein in dem Gelände und war somit nicht angeseilt“, schüttelt Eder ungläubig den Kopf.








Kommentare
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).