Große Preisdifferenz

Zweiklassengesellschaft bei den Tiwag-Neukunden

Tirol
31.07.2022 13:52

Energiepreise sind derzeit in aller Munde. Mitunter kommt es dabei auch zu Kuriositäten. Wörgler etwa, die als Neukunden Tiwag-Strom beziehen, bezahlen um ein Vielfaches mehr als Kunden außerhalb der Stadt. Beim Tarif gibt es eine Zweiklassengesellschaft. Warum ist das so?

Der Strommarkt ist liberalisiert, auch Tiroler Verbraucher wechselten von der Tiwag zu alternativen Anbietern. Wenn die aus Kostengründen jetzt wieder zurück wollen – oder wenn es sich um erstmalige Strombezieher handelt –, werden sie in zwei Gruppen eingeteilt. Zu einer Gruppe gehören all jene, die sich im Bereich des Leitungsnetzes der Tiwag befinden, das deren Tochterfirma Tinetz betreibt. Zur anderen zählen jene, die außerhalb liegen. Das sind in der Regel alle Verbraucher in größeren Orten mit Kommunalbetrieben, die selbst ein Leitungsnetz betreiben. Dazu zählen unter anderem Reutte, Hall, Imst oder Wörgl.

Dreifacher Preis
Letztere haben Pech, denn die Tiwag gewährt ihnen nur den deutlichen teureren Stromtarif. Ein Beispiel: Ein Privater in Radfeld muss für 2000 Kilowatt Strom pro Jahr 405,23 Euro brutto an die Tiwag bezahlen. Ein Wörgler Neukunde bezahlt dafür – so der Tiwag-Online-Rechner (Datum: 28. Juli) rund dreimal so viel.

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Für Neukunden konnten wir uns nicht im Vorhinein mit Strom eindecken, für sie müssen wir neu einkaufen. Daher müssen wir auch den höheren Preis an sie weitergeben.

Erich Entstrasser, TIWAG-Vorstandsvorsitzender

„Für unsere Bestandskunden haben wir den Strom schon vor einem Jahr günstig eingekauft, daher können wir ihnen günstigen Strom anbieten“, erklärt Tiwag-Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser. Für Neukunden müsse der Strom zu den aktuellen Preisen bezogen werden, daher seien die Tarife für diese Kunden deutlich höher. Als Abgrenzung zwischen Bestands- und Neukunden habe man das Stammgebiet der Tinetz herangezogen.

Wörgler doppelt im Pech
Die Wörgler haben doppelt Pech: 2000 Kilowatt kosten bei den Stadtwerken bisher 495 Euro brutto. Ab Oktober sind es dann 902 Euro.

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