Als sein Herz still stand, brachten es Ersthelfer wieder zum Schlagen. Nun denkt Adam Gazolik schon wieder an Sport.
Adam Gazolik spaziert den Gang der Intensivstation entlang. Zwar ist er noch etwas blass um die Nase, aber das, was er in den vergangenen Tagen durchgemacht hat, sieht man ihm auf den ersten Blick nicht an. „Ich habe erst im Nachhinein mitbekommen, wie ernst es war“, sagt der 26-Jährige. Der gebürtige Ungar fuhr heute vor einer Woche mit dem Auto durch Bad Vigaun, als ihm plötzlich unwohl wurde.
Erst im Spital erfuhr er, was wirklich passiert war
„Ich hab mir nur gedacht, mir gehts nicht gut. Danach kann ich mich an nichts erinnern. Erst als ich im Spital wach wurde, habe ich erfahren, was passiert ist“, sagt er.
Der junge Kellner aus Golling konnte das Auto noch am Straßenrand anhalten, dann sackte er auf offener Straße zusammen und erlitt einen Kreislaufstillstand.
Das riesengroße Glück von Adam Gazolik: Intensiv-Diplompfleger Bernhard Hufnagl und seine Verlobte Luisa Parigger kamen zufällig am Unglücksort vorbei – und holten ihn gemeinsam mit Ersthelfern und Rettungsdienst wieder zurück ins Leben.
Warum der junge und gesunde Mann einen Herzstillstand erlitten hat? Die Ärzte vermuten einen angeborenen Herzfehler. Bemerkenswert: Gazolik landete nach seiner Wiederbelebung genau auf der Intensivstation am Uniklinikum, auf der Bernhard Hufnagl tagtäglich arbeitet. „Es war toll, dass ich ihn weiter betreuen konnte. So konnte ich beobachten, wie sich sein Zustand stündlich verbessert hat“, sagt Hufnagl. Selbst für den routinierten Profi ist der 26-Jährige ein besonderer Patient. „So einen Herzstillstand überleben etwa zehn Prozent. Viele tragen aber massive Hirnschäden davon. Dass Herr Gazolik das so gut überstanden hat, liegt sicher vor allem daran, dass ihm sofort geholfen wurde“, sagt Hufnagl. Das ist auch ein Gedanke, den Adam Gazolik nicht so ganz los wird. „So viele überleben nicht. Das heißt, dass Gott offenbar noch andere Pläne mit mir hat“, schmunzelt er. Die Intensivstation am Uniklinikum durfte der 26-jährige am Donnerstag bereits wieder verlassen.
Es war toll, dass ich ihn im Krankenhaus weiter betreuen konnte. So konnte ich beobachten, wie sich sein Zustand stündlich verbessert hat.
Bernhard Hufnagl, Intensivpfleger am Uniklinikum
Das Judo-Training muss nun ein bisschen warten
Nur ein kleiner Wermutstropfen bleibt für den leidenschaftlichen Judoka: Sein Training muss er nun für drei Monate aussetzen, außerdem wird ihm wohl ein Defibrillator implantiert. „Es wird noch dauern, aber wenn ich es ruhig angehen lasse, habe ich laut den Ärzten gute Aussichten“, sagt er.














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