11.07.2022 16:30 |

„Krone“-Check

„Noch keine Garantie, dass Systeme alles erkennen“

Assistenzsysteme in Autos werden immer mehr zur Pflicht. Die „Tiroler Krone“ hat sie beim ÖAMTC in Innsbruck getestet. Auch wenn sie wertvolle Helfer sind und Schlimmeres verhindern können, sind Besonnenheit und genügend Abstände im Straßenverkehr weiterhin die beste Unfallprävention.

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Zu hohe Geschwindigkeit, zu wenig Schlaf in der Nacht zuvor oder aufgrund von Stress ein zu geringer Sicherheitsabstand – und schon kracht es. Die Gründe für einen Unfall sind vielfältig. Ebenso vielfältig sind die Assistenzsysteme, die das Unfallrisiko minimieren sollen. Laut EU-Verordnung müssen Fahrzeuge mit Genehmigungsdatum ab 6. Juli des heurigen Jahres bzw. Erstzulassungsdatum ab 6. Juli 2024 mit derartigen Systemen ausgestattet sein.

Sieben Systeme für sichereres Fahren
Sieben an der Zahl sind es: Der intelligente Geschwindigkeitsassistent, das Warnsystem bei Müdigkeit und nachlassender Aufmerksamkeit des Lenkers, Notbremslichter, ein Rückfahrassistent, ein Notbremsassistenzsystem, der Notfall-Spurhalteassistent sowie ein System zur ereignisbezogenen Datenaufzeichnung. Als achter Punkt kommt noch hinzu, dass eine Schnittstelle zur Erleichterung der Nachrüstung mit alkoholempfindlichen Wegfahrsperren im Fahrzeug vorhanden sein muss.

Am Donnerstag lud das ÖAMTC Fahrtechnikzentrum Innsbruck Medienvertreter ein, die Systeme unter die Lupe zu nehmen und zu testen.

Assistenzsysteme im großen „Krone“-Check
Auf dem Programm standen ein Handlingparcours, bremsen bzw. bremsen und ausweichen, schleudern sowie Kurven fahren. Gleich vorweg: Wären mir die geübten Situationen im alltäglichen Straßenverkehr begegnet, hätte es einige Male gekracht. Zuerst stand der Slalom auf dem Programm. Im vom ÖAMTC zur Verfügung gestellten Seat Leon SP Kombi begebe ich mich zum Startpunkt. Instruktor Denis gibt die Übungsziele vor.

Den ersten Durchgang auf der nassen Fahrbahn schaffe ich, ohne eines der orangen Hütchen „umzubringen“. Dabei fahre ich freilich auch sehr langsam. „Fahr mal einige km/h schneller“, sagt Denis vor dem zweiten Durchgang. Also drücke ich das Gaspedal weiter durch – und gerate schon ein wenig ins Schleudern. Wie war das noch einmal mit dem Gegenlenken? „Wenn das Heck nach links ausbricht auch fest nach links lenken“, ruft mir der Instruktor in Erinnerung.

ESC-System fleißiger Helfer in Gefahrensituation
Nach mehreren Durchgängen schaffe ich es immer schneller, das Auto unter Kontrolle zu bringen. Als Helfer steht mir das „Electronic Stability Control“ (ESC) System zur Verfügung. Auf Deutsch „die Elektronische Stabilitätskontrolle“. Dieses ist zuständig, durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder dem Ausbrechen des Wagens entgegenzuwirken.

Das ESC ist es dann auch, das mir bei der Schleuder- und der Kurvenübung hilft. Selbstverständlich absolviere ich die Übungen auch bei ausgeschaltetem Assistenten und merke sofort, dass die Stabilisierung des Fahrzeuges dadurch wesentlich mehr Geschick erfordert.

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Eine hundertprozentige Garantie, dass die Systeme alles rechtzeitig erkennen, gibt es noch nicht.

Instruktor Denis

Achtsames Fahren ist die beste Unfallprävention
Mit einem aufgestellten Hindernis demonstriert Denis noch das Notbremsassistenzsystem. Dieses erkennt einen möglichen Zusammenstoß und leitet selbstständig eine Notbremsung ein. Obwohl der Instruktor auf dem Gaspedal bleibt, bremst der Wagen rechtzeitig ab und verhindert eine Kollision, wie ich auf dem Beifahrersitz miterlebe.

Wer nun glaubt, dass man dank der Assistenzsysteme in jeder Situation todsicher dem Tod entrinnt, irrt freilich. „Eine hundertprozentige Garantie, dass die Systeme alles rechtzeitig erkennen, gibt es noch nicht“, mahnt Denis. Die beste Unfallprävention ist und bleibt: Geschwindigkeitsbegrenzungen und genügend Abstände einhalten, sich nicht ablenken lassen und nur fahren, wenn man fit ist.

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