Leerstand-Debatte

Klosterneuburg: Bald jede dritte Wohnung leer?

Teures Klosterneuburg: Steht tatsächlich ein knappes Drittel der Wohnungen, Häuser und Gewerbeflächen leer? Diese Frage entfacht aktuell heftige Debatten über Leerstandsabgaben im Nobelort. In den Ortskernen verwaisen jedenfalls zahlreiche Häuser und Wohnungen, doch am Rand wird neuer Baugrund erschlossen - und versiegelt. 

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Der Bezirk Tulln liegt preislich bereits an zweiter Stelle hinter Mödling. Das liegt freilich nicht an der Bezirkshauptstadt, das „teure Pflaster“ liegt in Klosterneuburg. Und gerade hier soll rund ein Drittel der Immobilien leer stehen. Das behauptet zumindest die Bürgerliste PUK, die drei Gemeinde- und einen Stadtrat stellt. Sie beauftragte auf eigene Kosten die Statistik Austria, die die Anzahl der Gebäude mit den gemeldeten Personen verglich: „Von insgesamt 12.650 Wohneinheiten stehen 3744 derzeit leer“, sagt PUK-Chef Stefan Hehberger. Und fordert eine kommunale Leerstandsabgabe. Weil vor allem die Freizeitviertel betroffen sind, hinterfragt er auch, ob jeder Teilzeit-Klosterneuburger wirklich ordentlich gemeldet ist – und will den Bürgermeister hier in die Pflicht nehmen.

Vor- und Nachteile
Dieser kennt die Zahlen zwar: „Ich weiß aber nicht, ob sie stimmen, oder wie aussagekräftig sie sind“, so Stefan Schmuckenschlager zur „Krone“. Für ihn seien Leerstände, wenn, dann nur bundesweit einheitlich zu besteuern. Das Problem sei aber ein Größeres: „Wir können nicht zwischen dem geerbten Haus von der Oma und der Anlegerwohnung im Besitz eines Spekulanten unterscheiden. Ist es da wirklich fair, eine Familie doppelt und dreifach zu besteuern?“ Und: „Wenn wir plötzlich Leerstände bestrafen, importieren wir uns über Nacht Tausende neue Gemeindebürger. Klosterneuburg will derzeit aber gar nicht wachsen, da sind sich alle Parteien einig.“

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Die Forderung nach einer Leerstandsabgabe klingt ja auf den ersten Blick gut, aber es wäre sinnvoller, bei der bereits bestehenden Grundsteuer etwas nachzubessern.

ÖVP-Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager

Auch die Grünen, die dem Planungsvorschuss der Stadt vorsitzen, wollen die PUK-Studie nicht weiter verfolgen. „Unverständlich, dass zeitgleich ein Stopp der Nachverdichtung gefordert wird, aber Leerstände egal sind“, kritisiert Hehberger.

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