Sekten-Experte warnt

“In der Steiermark gibt es Menschen, die Blut trinken”

Steiermark
13.07.2011 12:17
Am Mittwoch ist in Graz der steirische Bericht über Esoterik, Sekten und Okkultismus 2011 präsentiert worden. Experte und Autor Roman Schweidlenka warnte zusammen mit Jugendlandesrätin Elisabeth Grossmann vor Gruppen, die Druck mit dem Maya-Kalender und der Wintersonnenwende 2012 machen würden. Auch moderner Vampirismus bereite Sorgen - vor allem dessen "fundamentalistische Botschaft" und andere altbekannte Unappetitlichkeiten.

Die moderne Vampirszene sei ein medial beflügeltes Party-Phänomen: "Es gibt junge Menschen in der Steiermark, die meinen, eine Vampirseele zu besitzen und Menschenblut trinken", erklärte Schweidlenka. Auf den ersten Blick harmlose Bücher und Filme wie etwa die "Twilight"-Saga mit dem verniedlichten Vampir Edward (verkörpert von Robert Pattinson, Bild) enthielten "eine subtile weltanschauliche Beeinflussung". Die Romane würden "unterschwellig erzkonservative Moralelemente" enthalten - sogar einen möglichen "Missionierungsgedanken" schloss der Experte nicht aus.

Weltuntergang als eiskaltes Business
Bedenkliche Entwicklungen ortete Schweidlenka bei einigen Gruppen in Graz, die ihren Anhängern einreden würden, dass ihnen nur mit gewissen Seminaren sowie Meditationen, Vegetarismus und Abbruch von Kontakten mit "nicht spirituellen Menschen" das Überleben 2012 möglich sei. Zur Wintersonnenwende 2012 endet bekanntlich der Kalender der Maya-Indianer, was Nährboden für viele esoterische Vorstellungen sei: "Aber die Leute sollen keine Angst haben. Die Sonne wird wieder aufgehen, auch wenn Wolken davor sind", beruhigte der Grazer Esoterik-Beauftragte mit einem Schmunzeln.

"Church of Satan" und neue "Herrenrasse"
Besorgniserregend sei zudem der Satanismus als Kult und neue Religion. Zwar existiere der Protest-Satanismus kaum mehr in der Steiermark, allerdings dürften sich auch hierzulande einige Anhänger der "Church of Satan" finden, die mit ihrem "Hohepriester" Peter Howard Gilmore die Auswahl von elitären, "gesunden" Individuen vor der Geburt und Genmanipulation befürworten, um eine "Herrenrasse" zu schaffen.

Rechtes Randphänomen in Metal-Szene
Schweidlenka und seine wissenschaftliche Partnerin Veronika Strauß haben die Fachbroschüre "Die schwarze Szene" aktualisiert. In mehr als 200 Seiten beleuchten die Autoren populäre Jugendkulturen und ihr Verhältnis zu Spiritualität, Satanismus und Rechtsextremismus. Es werden Befürchtungen rund um die Szene entkräftet und Aufklärungsarbeit betrieben. So gebe es etwa in der Grazer Metal-Szene zwar rechtsextreme Randphänomene, aber die Abwehrhaltung nehme zu. Es bestehe zurzeit keine Gefahr, dass die Szene rechtsextrem unterwandert werde.

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