19.04.2022 11:00 |

Hefe als Geheimwaffe

Grazer Forschungserfolg: Fleisch aus dem Labor

In Zeiten, in denen Fleisch teurer wird, wo es immer mehr Kritik an Massentierhaltung und wachsendes Bewusstsein für die Umwelt gibt, ist das Thema wichtiger denn je: Grazer Forschern ist es gelungen, im Labor Fleischersatz herzustellen. Damit rittern sie mit den „Großen“ weltweit mit, die bald Alternativen in die Küche und auf den Teller bringen wollen. Die steirische Geheimwaffe ist Hefe.

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Auf die Frage, ob man es denn verkosten könne, kommt ein Schmunzeln - denn derzeit ist das in Graz erzeugte Produkt gerade einmal so groß wie ein halber Fingernagel. Aber es ist da, entstanden in Laboren des Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib), zusammen mit der technischen Uni Graz.

Die Aufgabe: Wie kann man Fleischalternativen günstig und in großen Mengen herstellen. Kostete im Jahr 2013 ein Kilo des Ersatzes noch 325.000 Dollar, so lag der Preis vor zwei Jahren schon bei 5000 Dollar. „Und unser Ziel ist es, auf fünf Dollar herunterzukommen“, so Aleksandra Fuchs vom Forscherteam.

Das Verfahren setzt bei der Produktion von Labor-Fleisch auf winzige Fleischfasern als Grundlage, die durch ein biologisches Verfahren „wachsen“. „Aus einer nur wenige Millimeter großen Probe könnten so bis zu zwei Tonnen gewonnen werden“, erklärt Fuchs.

Neuer Meilenstein
Als Ausgangspunkt sei immer ein echtes Fleischstück nötig. Der Meilenstein: Auf das Serum, das dieses wachsen lässt und das aus Tierföten genommen wird, kann mit der Grazer Methode völlig verzichtet werden. Aus ethischen Gründen ist das bahnbrechend - und aus finanziellen, denn „das macht 90 Prozent der Kosten aus“, so Fuchs. Ersetzt wird das Serum durch einen Mix, der Hefe beinhaltet.

Noch ist an diversen Schrauben zu drehen
Jetzt müsse man noch an einigen Stellschrauben drehen, die eine Großproduktion ermöglichen. Kurzfristiges Ziel ist es, ein Kilo Fleisch herzustellen. Langfristiges Ziel: In fünf bis zehn Jahren sollten große Mengen in gleichbleibend guter Qualität möglich sein.

Die Akzeptanz dürfte da sein: Umfragen zufolge würde Ersatz für 67 Prozent der Fleischgenießer infrage kommen. Dass sich etwas bewegen muss, steht außer Frage: wegen Vermeidung von Tierleid und der weltweit überwältigend großen Agrarflächen, die für Tierfutter verwendet werden.

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