Grazer Volkspartei stellte sich am Dienstag nach historischer Wahlpleite neu auf. Kanzler und Landeschef streuten Kurt Hohensinner Rosen. Viel Applaus gab’s auch für seinen Vorgänger.
Stehende Ovationen im Steiermarkhof – die gab es Dienstagabend, als Karl Nehammer den Saal betrat. Der Bundeskanzler beendete seinen Steiermark-Tag, der ihn zunächst in die Obersteiermark und nach Lieboch geführt hatte, als Einpeitscher beim Grazer Stadtparteitag. Denn die Schmach bei den Grazer Schwarzen sitzt nach dem Wahldebakel im Vorjahr noch immer tief. Ein Absturz von fast zwölf Prozent kostete die ÖVP damals bekanntlich auch den Bürgermeister-Sessel. „Auf euch wartet eine große Herausforderung. Ich wünsche euch, dass ihr aus dieser Niederlage Kraft schöpft“, sagte Nehammer (im Bild unten mit Siegfried Nagl). „Es gibt die Chance, den Bürgermeister zurückzuholen, auch wenn es vielleicht länger dauern wird. Aber jedenfalls habt ihr dafür einen herausragenden Spitzenkandidaten“, folgte am Ende quasi der Ritterschlag für Kurt Hohensinner.
Vom neuen starken Mann der Grazer Volkspartei ist jedenfalls auch der steirische Landeshauptmann überzeugt: „Großartig, dass du zu deinem Wort gestanden bist und übernimmst“, sagte Hermann Schützenhöfer in Richtung Hohensinner. „Vor uns liegt aber ein Ritt auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad, das müssen wir wissen. Jammern hat keinen Sinn, wir müssen kämpfen.“
Gekämpft haben viele der 195 anwesenden Delegierten – und zwar mit den Tränen nach der leidenschaftlichen Rede von Ex-Bürgermeister Siegfried Nagl, die er mit „der Siegi ist furt, es lebe der Kurt“, schloss. Wieder gab es Standing Ovations. Im Anschluss gab’s dann noch ein von Klubobfrau Daniela Gmeinbauer überreichtes Gemälde von Tom Lohner. Auch sein Nachfolger bedankte sich, wie quasi alle seine Vorredner, bei Nagl – doch dann galt sein Blick schon der Zukunft. „Wir treten an, um als Nummer eins ins Ziel zu laufen und nach der nächsten Wahl wieder den Bürgermeister in dieser schönen Stadt zu stellen.“
Neuer Chef und fünf Stellvertreter
Am Ende wurde Hohensinner dann mit stolzen 97,3 Prozent der Stimmen zum neuen Stadt-Parteichef gewählt. Zum letzten Mal an diesem Abend erhoben sich die Delegierten von ihren Sesseln. Ihm zur Seite stehen künftig mit Geschäftsführerin Anna Hoppe, Nationalrätin Martina Kaufmann, Bundesrat Karlheinz Kornhäusl, Neo-Gemeinderätin Claudia Unger und Urgestein Georg Topf gleich fünf Stellvertreter.








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